Kreis Südliche Weinstraße
Edenkoben: Ehemalige Ludwigschule wird zum Wohnprojekt
Es ist das erste seiner Art in Edenkoben: Das gemeinschaftliche Wohnprojekt „Ludwigspalast“ in der ehemaligen Ludwigschule nimmt immer konkretere Formen an. Am Mittwoch wurde Richtfest gefeiert.
„Der Dachstuhl stand zwar schon 1879, als man hier zum ersten Mal Richtfest feierte, aber wegen der Umbauten feiern wir heute erneut Richtfest“, stellte Alexander Grünenwald fest. Er ist Geschäftsführer der Ludwigspalast GmbH und Co. KG aus Karlsruhe, in deren Händen das Projekt liegt. Firma hatte den Sandsteinbau im Frühjahr 2018 von der Stadt Edenkoben übernommen. Sie bleibt auch Gebäudeeigentümerin, denn nicht die Wohnungen als solche werden verkauft, sondern Kommanditanteile daran. Diese Anteile werden von einer Stiftung übernommen. Die Wohnrechte sind an die Kommanditisten vergeben. So gibt es die Besonderheit, dass beim Ableben eines Bewohners nicht automatisch die Erben hier einziehen können.
Alle im Umbau befindlichen Wohnungen sind schon vergeben. Das Gebäude bekommt mit dem Projektverein „Zsammeziehe“ eine gänzlich neue Bestimmung. In den Wohnungen werden Menschen im Alter von 50 bis 70 Jahren einziehen. Baubeginn war im Januar 2019. Die ersten Bewohner sollen im zweiten Quartal 2020 einziehen können.
Im Außenbereich gibt es einige markante Veränderungen. So wird der Haupteingang, der sich derzeit noch auf der Gebäuderückseite befindet, auf die Westseite verlegt. An drei Seiten werden Balkone angebaut. Auch der Treppenaufgang wird verlegt. Eingebaut wurden neue Dachgauben und Fenster sowie ein Aufzug. Der Schulhof der ehemaligen Präparandenschule wird zum Wohngarten umgestaltet. Der Schulgarten wird als Nutz-, Kräuter- und Baumgarten hergerichtet. Später sollen auf dem Dach eventuell noch eine Terrasse und unter dem Dach zwei weitere Wohnungen entstehen.
Grünenwald erinnerte an die Worte des verstorbenen Stadtbürgermeisters Werner Kastner, der im April 2016 beim ersten „Guggemoltag“ des Vereins „Zsammeziehe“ ins Gästebuch geschrieben hatte: „Hier kann etwas entstehen, das unserer Stadt zur Ehre gereicht und den Bewohnern ein gutes Leben ermöglicht.“ Amtsnachfolger Ludwig Lintz (CDU) sagte nun: „Es ist wirklich eine schöne Sache für Edenkoben.“ An die Vereinsverantwortlichen richtete er die Worte: „Ihr seid so etwas wie Pioniere in unserer Stadt.“ Begeistert zeigte sich Landrat Dietmar Seefeldt (CDU). „Es ist vorbildlich, was hier entsteht. Ich hoffe, dass es bald Nachahmer im Landkreis gibt.“ Das Projekt stand auch mehrfach im Blickpunkt von Wohnprojektetagen. Das Land unterstützte die Bemühungen mit einer Anschubfinanzierung von 10.000 Euro.