Kreis Südliche Weinstraße „Du bist eine große Ehre für Ägypten und die Muslime“

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„Die Reaktionen der Facebooker in den islamischen Ländern waren sehr positiv“, fasst Zenhom Haggag die mehr als 100 Reaktionen zusammen, die er nach den Anschlägen in Paris bekommen hat. „Jeder kann im Kleinen etwas tun“, ist die Überzeugung des 62-jährigen Ägypters und Moslems, der seit 1992 in Deutschland und seit 2004 in Bad Bergzabern lebt.

Eingestellt hatte er ein Selfie von sich und der Titelseite der RHEINPFALZ mit dem Plakat „Je suis Charlie“, das er am Tag nach dem Attentat vor der Redaktion der RHEINPFALZ in Bad Bergzabern gemacht hat. In arabischer Schrift erläutert er in Facebook, dass die RHEINPFALZ eine große Tageszeitung sei, die über ihn berichtet habe. Über seine Trauer und über seine Enttäuschung, dass es im grenznahen Bad Bergzabern zu diesem Zeitpunkt keinen öffentlichen Ort der Trauer gegeben habe. „Gut gemacht“, lobt ihn Salah Ismael aus Ägypten. Der Westen müsse wissen, dass der Islam Terror ablehne. „Ich bin beruhigt, dass du so gehandelt hast“, schreibt Ahmed Sakr, ebenfalls aus Ägypten. „Mit deiner Weitsicht hast du Prinzipien der Toleranz im Islam verteidigt, du bist eine große Ehre für Ägypten, Muslime und Araber“, äußert sich der Chefredakteur einer Zeitung in Ägypten. „Gott belohne dich für deine Tat“, oder: „Du hast für alle Moslems einen Beitrag geleistet“, lauten weitere Reaktionen. Sehr positive Reaktionen habe es auch darauf gegeben, dass in Bad Bergzabern ein Kondolenzbuch ausgelegt worden sei, nachdem er in der RHEINPFALZ zunächst seine Enttäuschung darüber geäußert habe, dass es keinen öffentlichen Ort der Trauer gebe, so Haggag. „Herr Bohrer hat mich angerufen und mitgeteilt, dass er meinen Vorschlag umgesetzt habe. Ich habe mich in das Kondolenzbuch eingetragen“, erzählt der Ägyptologe. Eine positive Reaktion habe es bisher aus Bad Bergzabern gegeben, vom 81-jährigen Rolf Moster. „Insgesamt haben die Facebooker auf den von ihnen veröffentlichten Bericht positiv bis hervorragend reagiert“, sagt Zenhom Haggag. Gemeinsam Schritt für Schritt eine Lösung gegen den Terror zu finden, hält er für das Gebot der Stunde. „Antworten auf Fragen der Menschen und Demonstrationen pro und kontra Islam wird es wahrscheinlich noch lange geben“, lautet seine Einschätzung. (pfn)

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