Kreis Südliche Weinstraße DNA-Probe für alle Hunde in der Kurstadt

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„Das war eine tolle Sitzung“, freute sich hochzufrieden das Publikum, als nach dem Finale kurz nach Mitternacht der Vorhang fiel. Glänzend aufgelegt, bestens eingestimmt und in einem harmonischen Zusammenschnitt hatten die Bütten- und Bühnenkanonen der Karnevalsgesellschaft „Hameckia“ am Samstag unter dem Motto „In 80 Tagen durch die Fasenacht“ die erste von zwei Prunksitzungen absolviert.

Nach dem farbenprächtigen Einzug und der Proklamation der beiden Prinzenpaare Sabine II. und Bernhard I. sowie Esther II. und Linus I. hießen Präsident Andreas Ferwagner sowie das Sitzungspräsidenten-Tandem Dirk Nerding und Jürgen Frenzel das närrische Volk willkommen. Prinz Bernhard I. und Prinzessin Sabine II. verkündeten in ihrer „Regierungserklärung“, dass sie dafür sorgen werden, dass in Bad Bergzabern endlich wieder an einem Strang gezogen wird und sie die Stadt zur „Perle der Südpfalz“ werden lassen. So sollen auch mehr Bäume, Sträucher und Blumen das Erscheinungsbild bestimmen oder auf dem Schlossplatz eine Eislaufbahn entstehen. Gerade wurde die Minigarde (Trainerinnen: Susanne Böttinger, Nikola Krumholz und Julian Werling) für ihren Cowboy-Tanz frenetisch gefeiert, da stach beim Zwiegespräch von Stefanie Prause und Tatjana Meyer als „Mudder un Dochder“ im Generationenkonflikt die Narrenfeder zu. Beide hielten sich unerbittlich den Spiegel vor. „Die Kafruse“ legten einen Boxkampf hin und zwangen ihren Trainer Julian Werling auf die Bretter. In einer bislang nicht gekannten Rolle präsentierte sich Ehrensitzungspräsidentin Chris Sprenger als „Schönheitskönigin von Schneizlreuth“ mit Schärpe in einer Misswahl-Parodie. Ihr Debüt feierten „die Hamecker Schlawwergosche“, die in verschiedenen Sportarten dem närrischen Publikum eine Lehrstunde in „Trimm dich durch Sport“ erteilten. Ein Markenzeichen der Hameckia-Fasnacht ist und bleibt Renate Becker als „Die Becker Babbeth vun de Uhlandstroß“. Sie hatte sich die Themen Verkehrskreisel, Hundekot, Feste oder eine Situationsbeschreibung des Kurparks vorgeknöpft. Schließlich war ihr die Beschilderung am Storchenturm ein Dorn im Auge. Als „Die Sportskanone“ luden Vanessa Schlick und Eric Böhm zum Gesundheitstraining ein. Gudrun Huck aus der KG-Jäger-Dynastie, die zuletzt mit ihren Kindern als „Familie Kurquatsch“ aufgetreten war, stand diesmal alleine auf der Bühne. Die Kinder seien flügge geworden, sagte die Vollblutkarnevalistin, die nicht als einzige die Sperrung des „Gepäcknetzes“ (Empore) in der Schlosshalle aus Gründen des Brandschutzes auf dem Tapet hatte. Die Akteure mussten sich deshalb im alten Kino umziehen. In ihren Mülltonnen kramten Bernd Malysiak und Hermann Augspurger als „Zwä Nochbersleit“ und fanden dabei heraus, dass Führungsämter in der Politik fast nur noch von Frauen besetzt sind. So gebe es eine Bundeskanzlerin und mit Sicherheit auch künftig eine Ministerpräsidentin. Auch das Amt des Landrates sei mit einer Frau besetzt. Themen wie Kurpark mit Öffnung des Erlenbaches, Woodbach, Friedhof-Kreisel, Mauerbau gegen Pleisweiler-Oberhofen oder gelbe Müllsäcke betrachteten sie durch die „Narrenbrille“. Den Finger in so manche Wunde legte musikalisch die Gruppe „Chores“ mit Chris Sprenger am Regiepult. Mit Spaten „bewaffnet“ zog die Gruppe in Mafia-Gewand durch die Stadt. Abgerechnet wurde knallhart. Bei allen Hunden in Bad Bergzabern und Umgebung sollen künftig DNA-Proben genommen werden, um die „Täter“ von Hinterlassenschaften beim Gassigehen ausfindig zu machen. Dazu soll ein „Hundeherkunfts-Notstands-Gesetz“ erlassen werden. Anne und Frank Naumann präsentierten sich als streitbares „Hamecker Ehepaar“. Ideenreich die Show der „Elfis“ (weibliche Elferräte), die im „Putzfrauen-Look“ ihre Lieder intonierten. Die Schaumschläger zogen in ihrem 23. Bühnenjahr bei einer Schwarzlicht-Show wieder alle Register ihres Könnens. Farbtupfer waren die Tänze der „Gelben Garde“ (Trainerinnen: Edith Werling, Jessica Meyer und Tatjana Meyer), der „Grünen Garde“ (Trainerinnen: Vanessa Becker und Mirenda Weizel) und der „Roten Garde“ (Trainerinnen: Verena Eichmann und Ines Malysiak). Was die beiden Tanzmariechen Vasilisa Vostretsov und Lotta Wichmann (Trainerinnen: Alina Meinzer, Mirenda Weizel und Nicole Stephan) boten, war vom Feinsten. Einer der Höhepunkte war der Auftritt des Männerballetts (Trainer: Vadim Baskal und Sven Böttinger). Toller Abschluss: der Schautanz mit Nicole Stephan, Verena Eichmann und Ines Malysiak als Trainerinnen. (som)

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