Kreis Südliche Weinstraße Die Bäume von 1967 stehen noch

Ein Volltreffer war die Idee des Leiters des Elektronikzentrums der Bundeswehr in Bad Bergzabern, Oberstleutnant Wolfgang Eder, erstmals in der Geschichte der seit 1962 bestehenden Einrichtung ein Treffen für ehemalige Mitarbeiter zu veranstalten. „Eine tolle Idee“, fanden die von der RHEINPFALZ befragten Gäste und wahrscheinlich alle der rund 250 Ehemaligen, die gekommen waren.
Mit Schulterklopfen und „Servus, wie geht’s“, begrüßte der prominenteste Ehemalige, Ex-Ministerpräsident Kurt Beck, die Gäste. Man kannte Kurt und sprach ihn auch so an. Der auch für Laien kurzweilige Fachvortrag des Leiters zur Entwicklung und den technischen Neuerungen des Elektronikzentrums, das für die Materialreparatur, Erhaltung und Weiterentwicklung der Streitkräfte zuständig ist, stieß auf großes Interesse. Auf dem Platz vor der Ausbildungswerkstatt wurden anschließend bei Gegrilltem und kühlen Getränken lebhafte Gespräche geführt, besichtigt werden durften die ehemaligen Arbeitsplätze. „Die Ehemaligen sollen die Gelegenheit haben zu erfahren, was aus ihrer Dienststelle geworden ist“, sagte Eder zu seiner Motivation, dieses Treffen zu veranstalten. „Es gibt technisch viel Neues“, ist die Bilanz des 75-jährigen Günter Schüler, der von 1986 bis 1992 Soldat in Bad Bergzabern war. Diese Treffen sollten unbedingt wiederholt werden, findet er. 194 zivile Angestellte arbeiten derzeit im Elektronikzentrum, stationiert sind 20 Soldaten, jährlich werden 24 Lehrlinge zum „Elektroniker für Geräte und Systeme“ ausgebildet. Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre. Lehrling im ersten Ausbildungsjahr 1963 war auch Kurt Beck. „Es war eine wichtige und gute Entscheidung, die Ausbildungswerkstatt auf hohem Niveau zu entwickeln“, sagt er heute. Obwohl er nicht in diesem Beruf gearbeitet habe, habe er Gelerntes anwenden können. „Wer seinen Arbeitsplatz nicht in Ordnung halten kann, der kann auch nichts“, sei ein Leitsatz seines Lehrmeisters gewesen, den er heute noch anwende, sagte Beck. „Unsere Ausgebildeten werden von der Wirtschaft förmlich aufgesogen“, ist die Erfahrung des Leiters. Er sei stolz auf die hohe Qualifikation, in diesem Jahr sei der Notendurchschnitt der Abgänger eine Zwei gewesen. Sein großes Lob ging auch an die Fachhandwerker mit ihrem großen „Ideenreichtum“ und fachlichen Leistungen, die in der freien Wirtschaft nicht zu bezahlen wären, so Eder. Familiär ging es unter den Ehemaligen zu, viele kannten sich und freuten sich über das Wiedersehen. Oft haben Ehepaare oder mehrere Generationen einer Familie im Elektronikzentrum ihre Ausbildung gemacht oder gearbeitet. Manfred Ramsperger aus Gossersweiler hat seine Lehre 1966 absolviert und bis 2013 beim technischen Prüfdienst gearbeitet. Seine Frau Anna war ebenfalls angestellt. „Es ist toll die alten Kollegen zu treffen“, sagen die beiden. „Sehr gut“ findet der 83-jährige Herbert Melzer den Tag, er hat in der mechanischen Werkstatt gearbeitet. „Die Bäume haben wir 1967 gepflanzt“ erinnert sich der ehemalige Soldat Karl-Heinz Hirth aus Niederhorbach mit Blick auf die heute riesigen Exemplare. Rudi Reininger aus Oberhausen war 34 Jahre als Soldat in Bad Bergzabern stationiert. Einig waren sich alle, dass dieser Tag eine Wiederholung finden sollte. (pfn)