Kreis Südliche Weinstraße „Die 30 sinn fer de Hinnern“
Die Umleitung wegen Straßenbauarbeiten auf der L 545 von Bad Bergzabern über Niederotterbach nach Steinfeld bringt die Anwohner der Hintergasse in Niederotterbach, durch die die Umleitung führt, auf die Palme. Nicht mehr zu ertragen sei die Situation, seit die Umleitung Anfang September eingerichtet worden sei, las Ortsbürgermeister Rudi Schwöbel in der jüngsten Gemeinderatssitzung aus einer Petition der Anwohner vor.
Die Bürger sehen ein erhöhtes Unfallrisiko, ganz besonders für die Kinder und forderten „dringliche Maßnahmen“ zur Absicherung der Hintergasse. Er sei froh, dass am 17. September, wenige Tage nachdem er das Anliegen vorgebracht habe, eine Tempo-30-Zone innerorts eingerichtet worden sei, und dass es eine polizeiliche Anordnung gebe, die Bushaltestelle komplett zu markieren, so Schwöbel. Er informierte über das Schreiben eines Bürgers, darin steht, dass diese Geschwindigkeitsbegrenzung nicht eingehalten werde. „Die 30 sinn fer de Hinnern“, war die deutliche Beschwerde eines Niederotterbachers in der Einwohnerfragestunde. Es werde 50 und 60 Stundenkilometer gefahren, schilderte dieser seine Erfahrungen, zudem gebe es etliche Raser, die noch deutlich darüber lägen. „Die 30 interessiert niemand“, fasste er seine Erfahrungen zusammen. Kritik gab es auch am Standort der Tempo-30-Schilder. Ein Schild stehe auf dem Bürgersteig, den die Fußgänger an der Stelle verlassen müssten. „Ich weiß nicht, welche Möglichkeiten wir als Gemeinde noch haben, um für mehr Sicherheit zu sorgen“, war das Resümee von Schwöbel. Angeregt wurde die Anschaffung von Geschwindigkeitsmesstafeln, für die Angebote eingeholt werden sollen. In den Haushalt 2016/2017 sollen nach ersten Überlegungen folgende Projekte aufgenommen werden: Die Sanierung der Toiletten im Bürgerhaus, der Fußboden im Ratssaal, das Garagendach am Friedhof und die Sanierung der Friedhofsmauer. „Es wird seit Jahren geschoben, das war schon Thema 2006“, kritisierte Norbert Einmal, dass immer noch keine neuen Spielgeräte angeschafft worden seien. Die Geräte sollen in den neuen Haushalt aufgenommen werden. Schwöbel informierte über die Kosten für die Renovierung der gemeindeeigenen Wohnung in Höhe von fast 37.000 Euro. „Es blieb nicht anderes als die Sanierung. Das Haus verfallen zu lassen, geht für eine Gemeinde gar nicht“, so Schwöbel zur Kritik von Norbert Einmal, dass viel Geld dafür und keines für den Spielplatz ausgegeben worden sei. pfn)