Kreis Südliche Weinstraße
Der neue Herr der Abfälle im Kreis SÜW
Er wusste genau, dass er als Nachfolger von „Mister Abfallentsorgung“ Hans Volkhardt in große Fußstapfen tritt. Doch Rolf Mäckel machen auch kleinere Herausforderungen Spaß. Was für ein Mensch steckt hinter dem neuen Werkleiter des Kreises SÜW?
Seine Herkunft aus der Südwestpfalz will und kann der 59-Jährige nicht verleugnen. Dazu ist sein Zungenschlag noch zu eindeutig zu identifizieren. „Aufgewachsen bin ich in Winterbach. Die Vorderpfälzer können mit dieser 500-Einwohner-Gemeinde wahrscheinlich nichts anfangen. Das liegt bei Zweibrücken“, sagt Rolf Mäckel mit einem verschmitzten Lächeln, das ihm immer wieder über das Gesicht huscht. Für seinen lokalspezifischen Humor steht auch die Antwort auf die Frage nach den Kindern. „Ens und zwee Määd“, kommt es aus wie aus der Pistole geschossen. Und er erinnert sich an ein Aufeinandertreffen mit einer Amerikanerin, die sich über diese Äußerung halb tot lachte.
Dass er auch als Bub kein Kind von Traurigkeit war, will er nicht verhehlen. In der Hexennacht habe man sich immer besondere Gags ausgedacht. Einer davon: Ein landwirtschaftlicher Anhänger wurde auf dem Erdboden fachmännisch auseinandergebaut und auf dem Dach eines Nachbarn wieder zusammengesetzt. Dass am nächsten Morgen die Verwunderung riesig war, versteht sich von selbst.
Nach dem Abitur in Zweibrücken begann Rolf Mäckel bei der Verwaltung eine Ausbildung zum gehobenen Dienst. Von dem langjährigen Landrat Hans-Jörg Dupre´wurde er zu dessen persönlichem Referenten berufen. Eine Aufgabe, bei der er viele Kontakte zu Pressevertretern knüpfte. Und die ihm deswegen so viel Spaß machte, weil er damals in der Thüringen nach der Wiedervereinigung unvergessene Erlebnisse hatte und den Abzug des Giftgaslagers in Clausen begleiten durfte.
Zwölf Bewerbungen gab es
Inzwischen mit seiner Frau nach Gossersweiler-Stein gezogen, wurde ihm jedoch die tägliche Zwei-Stunden-Fahrt auf den Straßen zu viel. Und Mäckel wechselte zur Kreisverwaltung SÜW nach Landau. Schnell wurde er zur festen Größe in der Abteilung, die inzwischen unter dem sperrigen Namen Wertstoff-Wirtschaft firmiert. Zuletzt für Gebührenveranlagung und illegale Ablagerungen zuständig, warf er seinen Hut in den Ring, als es um die Nachfolge von Leiter Hans Volkhardt ging. Zwölf Bewerbungen gingen bei der Ausschreibung ein. Neun wurden von der Kreisverwaltung als qualifiziert eingestuft. Das Rennen machte zum 1. Oktober bei Landrat und Kreistag Rolf Mäckel. „Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit in dem Eigenbetrieb, seines Erfahrungsschatzes und seiner Fachkenntnisse in der Abfallwirtschaft“, wie es hieß.
„Hauptsache spanisch“, lautet seine Devise, wenn es mit der gerade 56 Jahre alt gewordenen Ehefrau in Urlaub geht. Ob Nordspanien, Andalusien und Kanaren. Dass keines seiner Kinder (29, 26, 24 Jahre alt) beruflich seinem Beispiel als Verwaltungsmensch gefolgt ist, damit kann er gut leben. Die Ältesten haben beim Bundeskriminalamt sowie bei Hornbach eine gute Perspektive gefunden, in einem Fall wird noch studiert.
17 Mitarbeiter hat Mäckel in seiner Abteilung
Da derzeit in Sachen Abfallpolitik alle größeren Bauprojekte abgeschlossen und die Wirtschaftspläne abgehakt sind, kümmert sich Rolf Mäckel derzeit um Bestandserhalt – und Projekte wie die Bildungspartnerschaft mit der Zooschule in Landau. Kaum ausgelobt, waren die 70 Bildungseinheiten für Kinder schon ausgebucht, berichtet er. Umstellungen beim Grünen Punkt oder Abstimmungen mit dem Dualen System lassen keine Langweile aufkommen. Zudem wartet auf Rolf Mäckel und seine 17 Mitarbeiter der Rheinland-Pfalz-Tag in Annweiler, für den die Abfallentsorgung organisiert werden muss. „Wo genau die Müllbehälter dann hinkommen, das steht erst fest, wenn wir die Standorte der Beschickerstände kennen.“ Ein Schwerpunkt werde auf jeden Fall die SWR-Bühne auf dem Wasgau-Parkplatz sein.