Kreis Südliche Weinstraße Dem Nagekäfer den Kampf angesagt

Die Bergkirche in Bad Bergzabern gilt als barockes Kleinod, sie ist von kulturhistorischer Bedeutung. Am Dachstuhl nagt nicht nur der Zahn der Zeit, sondern auch der Nagekäfer. Der Dachstuhl muss dringend saniert werden. Die Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen, die Kosten werden auf rund 340.000 Euro geschätzt. Die Verbandsgemeinde und die protestantische Kirchengemeinde bitten um Spenden.
In den Deckenbalken der Bergkirche frisst sich der bunte Nagekäfer durch von Weißschimmel befallene Eichenbalken. Jahrzehnte zurückliegende Wasserschäden haben zu dieser zerstörenden Symbiose geführt. Verbandsbürgermeister Herrmann Bohrer ließ sich vor Ort von Dekan Dietmar Zoller über das Schadensbild informieren. Auf Initiative Bohrers wurde die Kirchengemeinde mit einer Spende der Sparkassenstiftung Südliche Weinstraße in ihrem Bemühen um den Erhalt dieses historischen Bauwerks unterstützt. 2020 wird die Bergkirche 300 Jahre alt. „Das Schöne an der Bergkirche ist, dass sie ihren ursprünglichen Charme behalten hat. So wie sie vor 300 Jahren gebaut wurde, steht sie noch heute da“, sagt Dekan Zoller. Wochenlang stand im vergangenen Jahr ein Sicherungsgerüst innerhalb und außerhalb der Bergkirche und erinnerte auch während der musikalischen Wochengottesdienste im Sommer und Herbst daran, dass im Dachstuhl gearbeitet wurde. Der Zimmereimeister Holger Fath hat, begleitet durch den Holzingenieur Reiner Klopfer und den Statiker Rolf Voland, eine Musterachse gefertigt. Nun ist den Experten klar: Der Sternenhimmel kann oben bleiben, während im Dachstuhl die Deckenbalkensegmente saniert werden müssen. Stück für Stück sollen nun die zerfressenen Balken gesund geschnitten werden. Neues Holz und altes Holz werden dann tragfähig miteinander verbunden, so dass das Gotteshaus auch weiterhin für Gottesdienste, Trauungen, Konzerte und Stadtführungen die Pforte öffnen kann. „Wie lange die Sanierung dauern wird, lässt sich noch nicht sagen“, so Dekan Zoller gegenüber der RHEINPFALZ. Er hofft, dass möglichst bald die Ausschreibungen erfolgen und die Arbeiten, wie geplant, im Frühjahr beginnen können. Einen exakten Termin gibt es noch nicht. Gemeinsam rufen Bohrer und Zoller alle Bürger in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern und darüber hinaus auf, diese schwierige Dachstuhlsanierung der Bergkirche mit ihren Spenden zu unterstützen: „Auch kleine Spenden helfen und jede noch so kleine Spende ist willkommen!“ Die komplette Sanierung soll in diesem Jahr erfolgen. Die Kostenschätzung liegt bei rund 340.000 Euro. Weil der Sternenhimmel nicht abgenommen werden muss, hofft die Kirchengemeinde unter dieser Kostenschätzung zu bleiben. Die Spendenbereitschaft für die Bergkirche sei hoch, freut sich Zoller. Mehr als 71.000 Euro hat die protestantische Kirchengemeinde bereits an Einzelspenden erhalten. Das Krempellädchen hat im vergangenen Jahr zusätzlich 8000 Euro erwirtschaftet, die in die Sanierung fließen. Der Lions Club unterstützt mit den Spenden aus seinem Weihnachtskonzert die Bergkirchensanierung. Eine Einzelspende über 70.000 Euro hat die Sorge des Presbyteriums, sich diese Baumaßnahme leisten zu können, enorm gemindert. Im Frühjahr wird die Deutsche Stiftung Denkmalschutz darüber entscheiden, ob die Bergkirche in ihre Förderprojekte aufgenommen wird. Ein Antrag über 40.000 Euro wurde im Vorjahr gestellt, informiert das Dekanat. (jpa)