Edenkoben RHEINPFALZ Plus Artikel Defekte Geräte, unansehnliches Ufer: Kritik an Zustand auf Alla-Hopp-Anlage

Bei einer Protestaktion auf der Alla-Hopp-Anlage hatten Familien ihrem Ärger über abgesperrte Spielgeräte Luft gemacht.
Bei einer Protestaktion auf der Alla-Hopp-Anlage hatten Familien ihrem Ärger über abgesperrte Spielgeräte Luft gemacht.

Hat die Stadt Edenkoben die Alla-Hopp-Anlage verkommen lassen? Das wirft ein Leser den Verantwortlichen vor: Spielgeräte seien defekt, die Gesundheit der Kinder gefährdet. Die Stadt hält dagegen. Sogar ein Promi setzt sich für die Sache ein.

Als vor Kurzem das Karussell auf der Alla-Hopp-Anlage in Edenkoben gesperrt wurde, war der Ärger groß. Die Stadt hatte zu Absperrbändern greifen müssen, um den Lärmpegel in dem Bereich zu senken. Anwohner hatten diese Maßnahme durch einen Juristen erwirkt. Familien protestierten dagegen. Vor allem, weil in der Vergangenheit schon eine andere Attraktion entfernt werden musste: die große Rutsche mit dem dazugehörigen Klettergerüst. Inzwischen hat sich auch eine Bürgerinitiative gegründet. Mit dem Ziel, Eltern über die Änderungen auf der Anlage zu informieren und sich gemeinsam für ihre Kinder einzusetzen.

Die Gruppe hat in den sozialen Netzwerken eine Seite erstellt, in der sie Interessierte auf dem Laufenden hält, was die Anlage betrifft. Dabei gibt sie auch Meinungen von Menschen wieder, die sich dazu äußern. Auch Comedy-Star Bülent Ceylan haben sie angeschrieben und für eine Stellungnahme gewinnen können. Der Mannheimer ist gegen eine Schließung der Anlage, die Eltern befürchten. „Wir brauchen solche Plätze, damit Kinder nicht abdriften, Menschen sich treffen können, dass sie ihre Freizeit an solchen Orten gestalten können“, lässt er in einem Videobeitrag verlauten.

Gutachten für Lärmschutzwand liegt vor

Aktuell ist die Stadt bemüht, für Frieden zu sorgen: für Besucher der Anlage und Anwohner. So wird stärker auf die Öffnungszeiten geachtet. Dafür hat sie für Wochenenden Sicherheitspersonal beauftragt. Zudem hat sie ein Lärmgutachten erstellen lassen. In dem an die Wohnbebauung angrenzenden Bereich sind Schallschutzwände geplant. Stadtbürgermeister Ludwig Lintz (CDU) teilt mit: „Wir wissen mittlerweile, wie und wo wir die Wand bauen müssten. Mein Ziel ist, dass wir mit einer Lärmschutzwand und in Gesprächen und Verhandlungen mit den Anwohnern in den kommenden Monaten einen Interessenausgleich erreichen und die Einsprüche gegen die Baugenehmigung zurückgezogen werden.“

Der Baugenehmigung aus dem Jahr 2016 hatte ein Anwohner widersprochen, weil er in puncto Lärmschutz „nachbarrechtskonforme“ Lösungen vermisste. Nachbarn waren vor das Verwaltungsgericht in Neustadt gezogen, der Zivilstreit wurde 2021 beigelegt, um sich außergerichtlich zu einigen.

„Armutszeugnis der Stadt“

„Wichtig ist, dass wir jetzt miteinander sprechen und nicht öffentlich übereinander. So sichern wir die Anlage dauerhaft, schaffen den Freiraum für unsere Kinder, der wichtig ist, und tragen den Bedürfnissen der Anwohner in einem vertretbaren Rahmen Rechnung. Wenn alle sich ein Stück bewegen, dann bekommen wir das hin“, betont Lintz.

Öffentlich bemängelt wurde zuletzt der Zustand der Spielgeräte. Den hatte ein Leser als „Armutszeugnis der Stadt“ bezeichnet. Er schreibt: „Es gilt, daran zu erinnern, dass die Stadt Edenkoben ein schönes, natürliches Areal mit kleinem Spielplatz jahrelang nicht nur vernachlässigt, sondern es regelrecht verkommen lassen hat. Da kam das Alla-Hopp-Geschenk natürlich gerade recht. Die vermeintliche Gratis-Anlage hat sich zur Kostenfalle gemausert.“

Hohe Investitionen in Unterhalt der Anlage

Er sehe ihr Gebrauchsspuren an, mit teils Unfall- und Gesundheitsrisiken für die Kinder und ihre Eltern. Er benennt zudem Stellen, an denen Hand angelegt werden sollte: etwa am Baumplateau oder am Podest am Hotel Prinzregent. „Am Triefenbach selbst sieht es nicht besser aus.“ Mit seiner Kritik ist er nicht alleine. Auch die Bürgerinitiative kommentiert die Schwachstellen auf der Spiellandschaft und teilt dazu Bilder.

Darauf angesprochen, antwortet Stadtchef Lintz, dass die Kommune jährlich bis zu 100.000 Euro in den Unterhalt der Begegnungsstätte investiert. So wurden in den vergangenen Wochen sämtliche Trampoline erneuert und zwei ältere Hängematten ersetzt. Die Kosten dafür liegen bei rund 15.000 Euro Warenwert zuzüglich Montagekosten. „Leider lassen sich nicht immer Verzögerungen vermeiden, aufgrund von Engpässen bei der Verfügbarkeit von Material und dem Einsatz von Handwerkern.“ So war das Holz für die Bühne zwar bestellt, wurde aber lange nicht geliefert. Ende vergangener Woche wurde die Reparatur abgeschlossen. „Auch die Reparatur des Plateaus zog sich hin. Hier waren Gewährleistungsdifferenzen der Grund. Die Behebung des Schadens ist beauftragt. Die Kosten trägt jetzt die Stadt.“

Der Triefenbach und seine Umgebung seien bewusst naturbelassen. Der Bereich werde so gepflegt, dass es ökologisch und schonend für Pflanzen und Tierwelt ist. „Leider ist das, was wir Menschen als schön empfinden, nicht unbedingt das, was für den Erhalt unserer Natur wichtig ist“, sagt Lintz. Seiner Ansicht nach störten sich Kinder nicht an der Naturbelassenheit.

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