Frankweiler RHEINPFALZ Plus Artikel „De’ Bäcker Becker“ schließt zum Jahresende

Bis zu 50 Gäste fanden bei „De’ Bäcker Becker“ einen Sitzplatz in der Filiale oder auf der Außenterrasse.
Bis zu 50 Gäste fanden bei »De’ Bäcker Becker« einen Sitzplatz in der Filiale oder auf der Außenterrasse.

Der südpfälzische Bäckermeister Claus Becker wird sein Fachgeschäft in Frankweiler zum Jahresende schließen. Es sei unter anderem der Corona-Situation geschuldet, dass er die Reißleine ziehe.

Eine Mitarbeiterin hat laut Becker angekündigt, aus Altersgründen kürzer treten zu wollen. Zwei Gründe spielen eine Rolle, weshalb die Filiale nicht mit einer neuen Kraft fortgeführt werden kann. Zum einen könne er die Stelle nicht nachbesetzen, sagt Becker, da sich in der Branche schon seit längerer Zeit der Personalmangel bemerkbar mache. Zum anderen waren die Einnahmeverluste am Standort Frankweiler coronabedingt über die vergangenen Monate so hoch, dass sich der Betrieb wirtschaftlich nicht mehr rentiere.

Zu schaffen machten der Bäcker-Branche die Corona-Beschränkungen, die 2G-plus-Regel ganz besonders. „Die Menschen lassen sich nicht für eine Tasse Kaffee vorher testen“, sagt Becker. Vor allem nicht in den Morgenstunden und am Vormittag, wenn der Betrieb auf Hochtouren laufe. In benachbarten Bundesländern gelte hingegen die 2G-Regel.

Bewirtung der Gäste coronabedingt weggefallen

In Frankweiler konnten vor Corona bis zu 30 Gäste im Innenraum der Bäckerei einen Sitzplatz finden, weitere 20 Plätze standen auf der Terrasse zur Verfügung. In der Pandemie können wegen der Abstandsregeln nur zwölf Kunden bedient werden. Dadurch, dass die Bewirtung der Gäste fast komplett weggefallen ist, wird die Filiale mit einer statt anderthalb Kräften betrieben. Zuletzt hatte Becker die Öffnungszeiten eingeschränkt und an weniger Tagen geöffnet.

Um das wirtschaftliche Problem zu verdeutlichen: Der südpfälzische Brotsommelier hat nach eigener Aussage allein in der vergangenen Woche einen Umsatzverlust in Höhe von einem fünfstelligen Betrag verkraften müssen, und zwar nur an den Standorten, wo der Café-Betrieb noch aufrecht erhalten wird. Gemeint sind die Geschäfte in der Venninger Straße in Edenkoben und in der Hainbachstraße in Landau, bislang führt Becker sieben Fachgeschäfte in der Südpfalz. Im Norden Landaus hatte Becker vor wenigen Wochen eine Bäckerei mit integriertem Café neu eröffnet.

Dorfladen als Ersatz?

Frankweilers Ortsbürgermeister Bernd Nerding bedauert den Rückzug von Becker. Auch wenn in den benachbarten Gemeinden, etwa in Siebeldingen, noch frische Backwaren zu erwerben seien. „Wir können nur hoffen, dass die Nahversorgung im Ort auch künftig gesichert ist“, sagt Nerding. Sei es durch einen neuen Bäcker oder durch ein anderes Konzept, etwa einen Dorfladen, was allerdings nur seine Überlegungen seien. Das müsse mit dem Gemeinderat noch besprochen werden. Was mit der Immobilie geschieht, liege jedoch ohnehin in den Händen des Eigentümers.

Der Laden in der Trifelsstraße in Frankweiler war früher von der Essinger Bäckerei Bollinger bewirtschaftet worden. 2017 wurde sie nach der Übernahme zum „De’ Bäcker Becker“. Claus Becker hatte sich in diesem Jahr bereits aus Bornheim zurückgezogen.

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