Südpfalz
Darts-WM lässt Kassen klingeln
Das Interesse an der Wurfsportart spiegelt sich in der WM-Zeit nicht nur bei den TV-Zahlen wider. Millionen Fans haben die Weltmeisterschaft im Fernsehen mitverfolgt. Es werden immer mehr. Experten hoffen in Deutschland auch auf einen regelrechten Hype, ausgelöst durch „Gaga“ Clemens, gerade was die Mitgliederzahlen in den Darts-Verbänden angeht. Dass Darts immer beliebter wird, stellt auch die Firma Demmer fest. Sie berichtet von guter Nachfrage. Dies gelte für alle Zweigstellen, unter anderem gibt es einen Store in Landau, die anderen sind in Speyer, Ludwigshafen und Mannheim. Auch im Online-Shop sei ein gewisser WM-Effekt spürbar. In der Landauer Filiale gehören auch viele Spieler der Landauer E-Dart-Liga seit Jahren zum Kundenstamm. Dabei sind nicht alle Kunden an Darts mit dem Konterfei von namhaften Profis auf der Packung interessiert, „manche wollen auch einfach nur Darts“, informiert die Firma Demmer. Steel- und E-Darts werden gleichermaßen gekauft. Da gebe es keine Tendenz in die eine oder andere Richtung.
Auch der Doubleout Dartstore in Rülzheim ist eine Anlaufstelle für viele Dartsbegeisterte und Mitglieder der Landauer E-Dart-Liga. Bereits seit Weihnachten lässt die Darts-WM die Kasse klingeln. In dem Geschäft, das ausschließlich Produkte rund um den Dartssport vertreibt, sind Dezember, Januar und Februar die starken Monate, lässt Inhaber Sven Meyer wissen. Er selbst spielt mit seiner Freundin Jacqueline „Jacky“ Neumann bei den Black Panthers im Bistro 7 in Hördt in der Landauer E-Dart-Liga. Zu den Doubleout-Kunden zählen Anfänger, Fortgeschrittene und langjährige Dartspieler. Während die Profis in England bei den Turnieren oft mit Steeldarts auf eine Korkscheibe werfen, ist in Deutschlands Amateurbereich eher der Automatensport E-Dart (mit Plastikspitze) verbreitet.
Ob man lieber mit Steel- oder Softdarts werfe, sei individuellen Vorlieben geschuldet. Im Doubleout Dartstore gibt es jeweils ein Dart-Board, um vor dem Kauf herauszufinden, welche Pfeile besser zu einem passen. Nach Angaben des Geschäfts haben sich zuletzt etwas mehr Kunden für die metallische Variante interessiert – die auch die Profis der Professional Darts Corporation (PDC) spielen. Eltern mit Kindern würden sich inzwischen genauso für den Dartsport interessieren wie Senioren. Das sei bunt gemischt.
Eigene Darts anfertigen lassen
Wer auf den Internetseiten der Landauer E-Dart-Liga stöbert, findet auch einen Link zu „Didier’s Individual Darts“. Die Seite führt zu Didier Krampfl, der gebürtig aus dem baden-württembergischen Marbach stammt und zwischenzeitlich auch in der Landauer E-Dart-Liga spielte. „Ich habe immer noch zu vielen Spielern dort Kontakt“, sagt er. Krampfl kennt auch den einen oder anderen deutschen und internationalen Spitzenspieler – und er kennt sich mit der Beschaffenheit des Sportgeräts, dem Pfeil, gut aus. Er fertigt seit 2012 Dartbarells (Griffstück eines Dartpfeiles) nach individuellen Vorgaben an. „So können die Spieler ihren eigenen Dart Zug um Zug entwickeln. Wir verwenden Profi-Material. Es gibt Ausführungen in 95, 97 und 98 Prozent Tungsten (Wolfram)“, sagt er gegenüber der RHEINPFALZ. Seine Dienste bietet er für E- und Steeldarts an. Dabei geht es um den Grip, das Gewicht und den Schwerpunkt des Pfeils. „Letztlich wird die Präzision erhöht“, sagt Krampfl. Es kann auch das Griffstück (Barrel) nachgeschärft werden, um wieder einen besseren Grip zu bekommen. Auch Gravuren sind möglich.
Beim Erzählen über Dart kommt er ins Schwärmen. Für ihn ist es offensichtlich, warum die Weltspitze von Spielern aus Großbritannien und den Niederlanden dominiert wird: „Da ist es leichter an Sponsoren zu kommen. Und die brauchst du irgendwann, um nach oben zu kommen“, sagt er. Dazu passt es, dass Michael Smith (England) und Michael van Gerwen (Niederlande) kürzlich das Finale der Weltmeisterschaft bestritten haben, in dem „Bully Boy“ Smith auf dem Weg zum Titel einen Neun-Darter geworfen hat, nachdem „Mighty Mike“ van Gerwen Sekunden zuvor das perfekte Leg nach acht perfekten Darts nur minimal verfehlt hat. Es war das beste Leg der WM-Geschichte.