Landau / Winden
Dachs sorgt für Zug-Chaos: Bahn widerspricht Jagdmeister
Wie die Deutsche Bahn am Freitag mitteilt, ist der Abschnitt wegen der von Tieren stammenden Löcher instabil. Was nichts anderes heißt, als dass aufgrund von Sicherheitsbedenken reagiert werden muss.
Festgestellt wurde das Ganze Mitte März, weshalb die Linie seither gesperrt ist. Die Hohlräume werden nun verfüllt. Dabei wird laut Bahn Flüssigerde verwendet. Im Anschluss werde dann mithilfe einer Spezialmaschine der Schotter unter den Gleisen gestopft, um für mehr Stabilität zu sorgen.
Tierrätsel bleibt ungelöst
Nach wie vor geht die Bahn davon aus, dass es sich bei den Hohlräumen um Dachsbauten handelt. Sie stützt sich dabei auf die Aussage eines Tierökologen. Am Donnerstag war der für das Gebiet zuständige Kreisjagdmeister Jörg Sigmund zu einer anderen Erkenntnis gekommen. Er meinte, dass Kaninchen am Werk gewesen seien, vielleicht auch noch Ratten. Er begründete das unter anderem damit, dass die Löcher für Dachse zu klein seien.
Der Kreisjagdmeister war vor Ort, um die Löcher zusammen mit einem Veterinärarzt vor Beginn der Arbeiten zu untersuchen. Die wegen der Vogelbrutzeit nötige Ausnahmegenehmigung der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd lag schon vor. Der Dachs unterliegt allerdings dem Jagdrecht, weshalb man dafür nicht Ansprechpartner sei. „Wie hier mit den Dachsen verfahren werden muss, ist daher aus jagdrechtlicher Sicht zu betrachten, ebenso aus fachlich gebotener“, teilte die SGD Süd mit.
Weitere Bahnsperrung geplant
Die Deutsche Bahn teilt mit, dass sie die Strecke Landau-Winden überwachen werde, um eine Rückkehr der Dachse zu verhindern. Parallel dazu plane sie eine Komplettsanierung des Streckenbereichs, ähnlich wie im Falle der Bahnstrecke zwischen Freinsheim und Bad Dürkheim, wo der Zugverkehr aufgrund von Dachsbauten zur selben Zeit lahmgelegt wurde. Im Zuge der Sperrung werde eine Großmaschine schichtweise Beton in den Damm einarbeiten, um das Erdreich zu verhärten. Man werde informieren, sobald die konkrete Planung für die Südpfalz inklusive Zeitschiene feststehe, heißt es in der Pressemitteilung.