Kreis Südliche Weinstraße Comviva braucht dringend Hilfe
Hans Erich Klein, Vorsitzender des Aktionskreises „Fröhliches Kunterbunt“ (FKB), hat im Oktober zusammen mit seiner Ehefrau Irene das Projekt Comviva im brasilianischen Caruaru besucht und sich über die Arbeit dort informiert. Soweit es die Finanzen angeht, sind die Nachrichten, die die beiden mitbringen, wenig erfreulich.
Berufsbildungskurse für Maurer und Maler eingestellt, 29 Mitarbeiter entlassen, die Zahl der betreuten Jugendlichen um mehr als die Hälfte reduziert. So musste die Leitung von Comviva, eine Sozialeinrichtung für Kinder und Jugendliche, reagieren, als ihr vom Staat bereits zugesagte Finanzmittel drastisch gekürzt wurden. Der Gouverneur des Bundeslandes Pernambuco hat die wirtschaftliche und politische Krise im Land nach der Absetzung der Präsidentin Dilma Rouseff als Vorwand genutzt, um 70 Prozent des versprochenen Geldes einzubehalten. So stellt sich die derzeitige Situation aus der Sicht von Beate Kästle Silva dar. Sie stammt aus Bad Bergzabern, lebt seit 30 Jahren in Caruaru, hat das Projekt Comviva mit aufgebaut und ist immer noch ehrenamtlich dabei. Seit 1985 unterstützt das „Fröhliche Kunterbunt“ ihre Arbeit mit Kindern im Vorschulalter, mit Straßenkindern, jugendlichen Berufsanfängern, straffällig gewordenen Heranwachsenden. „Hier ist es schon passiert, dass Jugendliche den Richter bitten, nicht aus dem offenen Strafvollzug entlassen zu werden, weil sie bei Comviva weiter betreut werden wollen.“, erzählt Beate Kästle Silva. Streetworker sprechen Kinder und Jugendliche auf der Straße an, bieten ihnen ihre Unterstützung an, gehen auch in die Familien, helfen und beraten, wo immer es nötig ist. Diese Arbeit ist nun in Gefahr. Bis Jahresende fehlen rund 28.000 Euro, um Gehälter, Sozialabgaben, Lebensmittel und laufende Kosten bezahlen zu können. Seit September warten viele Mitarbeiter auf ihr Gehalt. Pater Paolo, der Leiter von Comviva, hofft darauf, dass Hilfe von anderer Seite die Finanzlücke bis zum Jahresende schließen kann. Die Stadt Caruaru hat bereits mit Zuschüssen geholfen, das Kindermissionswerk in Aachen („Sternsinger“) hat 15.000 Euro in Aussicht gestellt, dann fehlen aber noch immer 13.000 Euro. Das Ehepaar Klein möchte mit Mitteln des Fröhlichen Kunterbunt einspringen und hofft auch auf Spenden aus der Bevölkerung. Es könne nicht sein, dass erfahrene und motivierte Erzieher wegen der Finanznot entlassen werden. „Dadurch würden die segensreiche Arbeit und das Programm von Comviva insgesamt in Frage gestellt. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, um Unterstützung für Comviva zu bitten“, sagt Hans Erich Klein. Klein war vor fast 50 Jahren Mitbegründer des FKB und ist bis heute die treibende Kraft hinter dem gemeinnützigen Verein. Er organisiert und wirbt unermüdlich für die gute Sache, hält Kontakt zu den Verantwortlichen in den Partnerländern, kümmert sich um die Verteilung der Spendengelder und sorgt für deren korrekte Abrechnung. In den vergangenen Jahren hat das Ehepaar Klein nacheinander Togo, Indien und jetzt auch Brasilien besucht, auf eigene Kosten selbstverständlich, darauf legen sie Wert. Sie wollten sich an Ort und Stelle davon überzeugen, dass die aktuellen Projekte erfolgreich umgesetzt werden, beispielsweise die Erweiterung einer Realschule in Togo; darüber hinaus besuchten sie auch Kindergärten, Schulen, Werkstätten, Gemeinschaftseinrichtungen in Dörfern, die schon vor Jahren mit Hilfe des FKB errichtet wurden. Und jetzt eben auch die verschiedenen Einrichtungen von Comviva in Caruaru. Hilfe zur Selbsthilfe und Nachhaltigkeit sind Prinzipien, die bei allen Projekten beachtet werden. Eigeninitiative der Einheimischen bei der Umsetzung und Erhaltung der Projekte sind Bedingung. Am wichtigsten für den Erfolg der Arbeit sind nach Kleins Ansicht über die modernen digitalen Kommunikationsmittel hinaus die unmittelbaren persönlichen Kontakte zu den Verantwortlichen vor Ort: Pater Franklin Rodrigues im indischen Bhopal, Pater Marian Schwark als Nachfolger des verstorbenen Pfarrers Anton „Toni“ Klug in Lomé (Togo) und Beate Kästle Silva in Caruaru. Info Spendenkonten „Fröhliches Kunterbunt“, Stichwort „Caruaru“ —Sparkasse SÜW: Iban: DE18 548 500 100 026 003 889 Bic: SOLADES1SUW —VR-Bank SÜW: Iban: DE11 548 913 000 000 500 500 Bic: GENODE61BZA |ardt DOPPELTERZEILENUMBRUCH