Kreis Südliche Weinstraße Chance für Nachwuchsbands

Ludwigshafen/Bad Bergzabern. Rockbuster ist der wichtigste Wettbewerb für aufstrebende Nachwuchsmusiker in Rheinland-Pfalz. Im Auftrag der Landesregierung sucht die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Rock & Pop jedes Jahr die drei besten Newcomer des Bundeslandes. Bewerben konnten sich Bands und Einzelkünstler mit eigenem Songmaterial im Bereich Popmusik. Erlaubt sind alle Musikstile von Rock über Pop bis hin zu Hip-Hop, Alternativ, Metal oder Indie.
Für die Vorrunden haben sich 20 Bands qualifiziert. Bei vier Konzerten treten je fünf von ihnen gegeneinander an. Austragungsorte sind Ludwigshafen, Trier, Mainz und Koblenz. Bei jedem dieser Vorrunden-Konzerte werden ein erster Platz und ein zweiter Platz vergeben. Die vier erstplatzierten Bands treten beim Finale am 17. Oktober in Koblenz um die drei Finalistenplätze an und erhalten 20.000 Euro für CD-Produktionen, umfangreiche Coachings und Auftritte bei verschiedenen Festivals gehören dazu. Die zweitplatzierten Bands spielen in der Zwischenrunde des Finales. Zwei von ihnen dürfen mit den drei Finalisten und einer bekannten Band ein weiteres Konzert spielen und sich so ins Gespräch bringen. Auftakt der Vorrunden war am Freitag in Ludwigshafen. Die Bands Fofotank, Total banal, Mc Dengsta, Visdom und Cama Grin spielten jeweils eine halbe Stunde im Konzertsaal des Kulturzentrums „Das Haus“. Den Auftakt gab Fofotank aus Bad Bergzabern. Die aus Benedikt Broda und Samuel Hebgen (Gitarre,) Nicholas Neumüller (Bass), Fabian Pfeiffer (Schlagzeug) und Philipp Rodrian (Gesang) bestehende Band kam das erste Mal Anfang 2011 zusammen, als Projekt der „Rockband-AG“ am Gymnasium des Alfred-Grosser-Schulzentrums. Mit Hemd und Fliege und deutlich sichtbarem Spaß spielten die fünf Jungs drei Rocksongs, eine Ballade und ein Stück mit Funkanleihen und bewiesen, dass sie musikalisch den Status der Schülerband hinter sich gelassen haben, obwohl sich ihr Publikum noch aus Schulfreunden, Eltern und Geschwistern rekrutiert. Die vier Musiker der Nachfolgeband Total banal erinnerten an die frühen Zeiten der Ärzte. Jonas Kolbenschlag, Philipp Schied, Dennis Brandenburger und Oliver Schreiber aus Speyer bezeichnen ihren Musikstil als „Highschool-Pop-Punk mit deutschen Texten“. Sie setzten auf Publikumsanimation und Refrains zum Mitklatschen und Mitsingen. Nach diesem energetisch hochkarätigen und textlich leichtgewichtigen Quartett bestieg ein Einzelkünstler die Bühne. Mc Dengsta aus Speyer, der eine CD mit seinen Beats einlegte und dazu seine Texte ins leider viel zu leise ausgesteuerte Mikrofon rappte. Er reichte mit seiner Präsenz leider nicht über die Bühne hinaus. Mehr Präsenz zeigte die Hardrock-Band Visdom aus Mainz. Die bärtigen Rocker machten keinen Hehl aus ihrer musikalischen Neigung zu den 70ern. Ohne viel Moderation und mit rotglühender Lavalampe auf der Bassbox ließen es die Musiker, die sich Kris Toffersson, Organ Patch Mönstrad, Dennis Litenkräm, Max Wernersson und Jan Osk I nennen, so richtig krachen. Trotz des auch hier zu niedrig ausgesteuerten Mikros überzeugte die facettenreiche und belastbare Stimme von Kris Toffersen. Am Schlagzeug erinnerte der kraftvolle Jan Osk I. an „Das Tier“, den legendären Drummer aus der Muppetshow. Die letzte Band des Abends, Cama Grin aus Ludwigshafen, trat mit der gleichen Besetzung an: zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und Gesang. Die fünf Musiker hatten ihren Fanclub dabei und feierten mit ihrem Alternativ Rock ein Heimspiel im „Haus“. Doch der Heimvorteil nutzte wenig. Die Fachjury wählte die souverän rockenden Mainzer Musiker von Visdom mit dem ersten und die spielfreudigen Jungs von Fofotank aus Bad Bergzabern mit dem zweiten Platz.