Bad Bergzabern RHEINPFALZ Plus Artikel Café „Das Neue Herzog“ mit neuem Konzept

Entgegen des jüngsten Trend bleiben Eva Orth und Jürgen Messler mit ihrem Café der Kurstadt erhalten.
Entgegen des jüngsten Trend bleiben Eva Orth und Jürgen Messler mit ihrem Café der Kurstadt erhalten.

Die Geschäftsschließungen in der Kurstadt haben auch Jürgen Messler und Eva Orth zu denken gegeben. Sie haben eine Entscheidung getroffen: Sie bleiben. Und für ihr Café „Das Neue Herzog“ in der Marktstraße haben sie neue Ideen umgesetzt.

„Wir bleiben in Bad Bergzabern“, sagen die Eheleute Jürgen Messler und Eva Orth. Trotz der Geschäftsschließungen, die sie seit Jahren hautnah miterleben, neuerdings verstärkt. Und die auch sie nachdenklich gemacht haben. Aktuell schließt das Lebensmittelgeschäft „Sepp´s Laden“ gegenüber, wenige Schritte weiter der Schreibwarenladen Herzog. Es werden nicht die Letzten sein.

„Natürlich haben wir uns Gedanken gemacht, ob wir bleiben oder einen neuen Standort suchen“, sagt das Ehepaar, das viel in das Gebäude investiert hat. Aber Messler und Orth werden bleiben. Sie haben ein neues Konzept für den Gästebereich des Cafés erstellt und dem Raum nicht nur einen neuen Anstrich gegeben. Seit acht Jahren betreiben sie das „Neue Herzog“. Der gute Name des Hauses, damals von Gerhard und Ruth Herzog betrieben, sei ausschlaggebend gewesen. Denn Konditormeister Jürgen Messler legt wie sein Vorgänger Wert auf Qualität, die bei ihm bei den Zutaten anfängt.

Was alles erworben werden kann

Die ersten Wochen im neuen Jahr haben er und seine Frau dazu genutzt, das Café zu renovieren. Ohne Handwerker, in Eigenleistung. In das neue Innenraum-Konzept hat das Paar seine Talente einfließen lassen, das Fotografieren und Töpfern. Auffällig ist die riesige Fototapete eines herbstlichen Waldes. Eine Fotografie von Jürgen Messler. Weitere Motive aus Bad Bergzabern und Umgebung sind gerahmt an einer Wand zu sehen. Sie können auch erworben werden, ebenso die getöpferten Werke, darunter Büsten, Tassen oder Teller, hergestellt von Eva Orth. Töpfern sei ihre Methode, sich zu entspannen. Wohnaccessoires wie die Kissen, auf denen Gäste im Café Platz nehmen können, können ebenfalls gekauft werden.

Froh sind die beiden, dass ein Kachelofen das Café beheizt. Wegen der Kosten, auch wenn die Holzpreise unglaublich gestiegen sind, und auch wegen der Gemütlichkeit. „Das neue Konzept soll für eine Wohlfühlatmosphäre sorgen, ein bisschen wie im eigenen Wohnzimmer. Egal, was um uns rum ist“, sagt das Paar auf die Geschäftsschließungen anspielend. Denn sie finden die Kurstadt nach wie vor schön und wollen nicht auf das Negative schauen.

Was Neues dazukommen soll

Nicht nur das Konzept, auch die Öffnungszeiten haben sich geändert. Geöffnet ist von Donnerstag bis Sonntag, Mittwoch bleibt künftig zu. „Die gestiegenen Kosten für Zutaten, Strom und Gas stellen uns vor große Herausforderungen, aber wir wollen trotzdem Raum für Weiterentwicklungen schafften“, sagt Jürgen Messler. In der Kuchen- und Tortenvitrine wird sich nichts ändern. Es bleiben Klassiker wie die Sachertorte oder Vanilletorte, neue Produkte sollen dazu kommen, informiert der Konditormeister, der in der Backstube eine Konditormeisterin und eine Auszubildende beschäftigt.

Gut angenommen werde auch der Mittagstisch mit selbst gemachter Pasta oder Quiche, für die Eva Orth zuständig ist. Bewährtes Altes und Neues ist die Devise des Konditormeisters, der weiterhin Dampfnudeln für den Mittagstisch backt, sich künftig aber auch veganen und glutenfreien Produkten widmen will. Ein veganes Kuchenangebot gibt es bereits. Begeistert hat ihn eine Vorstellung des veganen Sortiments der Weltmeisterin der Konditoren, Eva Seidenglanz. „Das war ganz hohe Schule“, erzählt er.

Neu wird auch sein, dass Gäste am Sonntag ab 9.30 Uhr im „Neuen Herzog“ frühstücken können.

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