Kreis Südliche Weinstraße Bunter Nagerkäfer wird zum Verhängnis

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Von außen und von innen eingerüstet ist die Bergkirche in Bad Bergzabern. Beim evangelischen Gotteshaus in der verwinkelten Altstadt gibt es gleich zwei Probleme: das kleine Türmchen und die Deckenbalken im Innern.

Wie Dekan Dietmar Zoller im Gespräch mit der RHEINPFALZ erklärt, hat sich tierische Gesellschaft in den aus Eichenholz geschnittenen Deckenbalken eingenistet: der Bunte Nagerkäfer. Obwohl das Insekt recht harmlos aussieht, ist der Schaden, den es anrichtet, ganz schön erheblich. Der Käfer fresse nicht das Holz selbst, sondern ernähre sich vom Weißpilz. Davon sind die Balken befallen. Ursächlich dürfte da wohl ein Wasser- beziehungsweise Unwetterschaden vor etwa 60 Jahren gewesen sein, so Zoller. Des Weiteren ist das Holz des Dachreiters von Fäulnis befallen. „Da sind die Handwerker gerade dran“, so Zoller. Das alles kostet Geld. Viel Geld. Der Dekan nennt 340.000 Euro als Kostenrahmen. Eine große Messzahl für eine kleine Kirchengemeinde. Aber einiges sei schon zusammengekommen: 85.000 Euro durch Spenden von Einzelpersonen. Zoller hofft hier, dass am Ende 100.000 Euro gesammelt werden. „Das ist unser Ziel.“ Und dann ist da noch eine Großspende von einer Person: 70.000 Euro. Zurzeit laufe auch ein Zuschussantrag bei der Kulturstiftung Denkmalschutz. Unzufrieden ist Zoller mit dem Ergebnis der Verhandlungen in Richtung Stadtsanierung. Ergebnis: Kein Geld, kein Zuschuss. Etliche Projekte im Sanierungsprogramm „Historische Innenstadt“ wurden rund um die Bergkirche bereits genehmigt und umgesetzt. Dabei gibt es Geld vom Land und von der Stadt. Doch bei der Bad Bergzaberner Kirche hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion finanzielle Hilfe abgelehnt. Das Problem bei der Bergkirche: Das Gotteshaus gehört der protestantischen Gemeinde. Die Trägerschaft ist also kirchlich und nicht öffentlich. Auch ist das Gebäude kein rein privates Haus, das der Wohnnutzung dient. Das kultur- und städtebauliche Kleinod ist damit durch die Maschen des Zuschussnetzes gefallen. Sollte es keine Zuschüsse geben, muss der Rest von derzeit rund 170.000 Euro über Baumittelrücklagen der Kirche aufgebracht werden. Gleichwohl bleibt das Gotteshaus in Betrieb. So werden die „Musikalischen Wochengottesdienste“ weiterhin mittwochs, 19 Uhr, in der Bergkirche gefeiert. (rww)

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