Kreis Südliche Weinstraße Bund lässt 1,2 Millionen Euro springen
Die Anfang der 1970er-Jahre gebaute Verbandsgemeindehalle in Bad Bergzabern ist in die Jahre gekommen. Schon lange steht die Sanierung auf der Agenda. Rund 2,6 Millionen soll das Unterfangen kosten. „Ohne Zuschuss geht es nicht“, sagt Verbandsbürgermeister Hermann Bohrer (SPD). Bisher fehlten entsprechende Zusagen. Gestern kam nun aus Berlin die gute Nachricht: Der Bund fördert die Sanierung mit 1,165 Millionen Euro.
Die Verbandsgemeinde Bad Bergzabern hatte sich bereits 2015 um Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ beworben. Damals überstieg die Nachfrage aber die im Haushalt eingestellten Mittel um ein Vielfaches, weswegen die Verbandsgemeinde leer ausging. Mit der Neuauflage des Programms und weiteren 100 Millionen Euro gab es nun erneut eine Chance für die Sporthalle. Gestern entschied der Haushaltsauschuss des Bundestages, dass die Sanierung der VG-Halle mit 1,165 Millionen Euro gefördert wird. „Es geht dabei um eine energetische Sanierung, das ist mir wichtig“, betonte Bürgermeister Bohrer am vergangenen Freitag, als er seine Parteigenossen, den Bundestagsabgeordneten Thomas Hitschler und den Landtagsabgeordneten Alexander Schweitzer, durch die Halle führte, um nochmals um Unterstützung für die Sanierungspläne zu werben. 2003 hatte die Halle einen Parkett-Schwingboden erhalten, der in erstaunlich gutem Zustand ist. Ansonsten erinnert viel an den Charme der 70er. Vieles in der Halle, angefangen von der Heizung über die Belüftung und die Elektrik, entspricht nicht mehr den modernen Anforderungen. Die Halle hat ein Flachdach und ist nicht wärmegedämmt. Ein Großteil der Wärme wird durch die Lichtschächte nach draußen geblasen, ohne dass sie jemals in Bodennähe gekommen wäre. Die Energieverschwendung ist enorm. „Wir verbrauchen hier rund 300.000 Kilowattstunden pro Jahr“, rechnet Hermann Bohrer vor. Der Energieverbrauch ließe sich durch energetische Sanierung um fast die Hälfte reduzieren. Die Verbandsgemeindehalle, die in unmittelbarer Nachbarschaft des Alfred-Grosser-Schulzentrums liegt, wird viel genutzt. Die Halle ist laut Bohrer gut 1800 Stunden pro Jahr belegt. Davon macht der Schulsport 44 Prozent aus, der Vereinssport 56 Prozent. Häufig ist die Halle bis 22 Uhr belegt. Auch am Wochenende herrscht reges Treiben, dann gehört die VG-Halle hauptsächlich den in der Kurstadt so populären Basketballern. Auch viele Jugend-Fußballturniere werden hier ausgetragen. „Die Halle hat eine besondere Bedeutung, die über die Verbandsgemeinde hinausgeht. Sie wird auch in Zukunft dringend gebaut“, sagt Bohrer. Thomas Hitschler betont, dass er die Bedeutung der Halle kenne, deshalb habe er frühzeitig Kontakt mit den Kollegen des Haushaltsausschusses aufgenommen. „Kein einfacher Weg, wenn man die Wünsche aus der ganzen Bundesrepublik unter einen Hut bringen muss“, so Hitschler. Alexander Schweitzer betont, dass auch von Seiten des Landes die Prioritäten auf Bad Bergzabern gelegen hätten. Stellvertretendes Mitglied des Haushaltsausschusses ist des CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Gebhart. „Die Förderung ist für die Verbandsgemeinde Bad Bergzabern eine gute Nachricht“, teilte Gebhart gestern mit. Die Mittel würden nun freigegeben. Es existieren bereits die Pläne für die Sanierung. Allerdings steht der bisherige Planer nicht mehr zur Verfügung, sodass ein neuer beauftragt werden muss. Die Sanierung soll 2018 erfolgen. Den Verantwortlichen wird dafür logistisch einiges abverlangt. „Wir müssen nach Ausweichmöglichkeiten für die Sportler suchen“, sagt Bohrer. |jpa