Kreis Südliche Weinstraße Brandursache ein Rätsel
Übelriechender Qualm dringt am Dienstagabend aus dem ehemaligen Lieferanteneingang der Waldmühle, dem leerstehenden Gebäude neben der „Friedrichsruhe“ in Bad Bergzabern, als Hausmeister Martin Reither vom angrenzenden Hotel Friedrichsruhe den Müll wegbringt. Er informiert seinen Chef, Sven Stöffler, der sich schnell entschließt, die Feuerwehr zu holen.
Was den Brand verursacht hat, ist derzeit ein Rätsel. Kurz nach 19 Uhr rücken 16 Feuerwehrleute mit einem Löschfahrzeug, einem Einsatzleitwagen und einem Rüstwagen an. Da die Ursache des Qualms unklar ist, gehen sie mit Atemmasken hinein. „Wir haben einen Schwelbrand im Dämmmaterial vorgefunden, das in einem Wirtschaftsraum gelagert war“, informiert Einsatzleiter Stephan Dienes. Das glimmende Material wurde ins Freie gebracht und gründliche gelöscht. „Ich habe keine Ahnung“, sagt Dienes zur Brandursache. Das Gebäude, das BS-Immobilien gehört, steht seit vielen Jahren leer, die Tür war nicht aufgebrochen. Nicht erklären kann sich auch Alexandra Hoffmann die, Hotelmanagerin der gegenüberliegenden „Luisenruhe“, die Brandursache. „Einbrüche hat es im vergangenen Jahr in der Waldmühle schon zwei gegeben, obwohl das Haus völlig leer ist“, erzählt sie. Eine Stunde Anfahrt hatte Birgit Scherer, Besitzerin der Immobilie, die ebenfalls vor einem Rätsel steht. „Ich möchte das Haus erhalten und längerfristig sanieren“, sagt sie. Übergangsweise soll jetzt eine Heizung eingebaut werden, damit die Kälte dem Gebäude im Winter nicht weiter zusetzt. Die Polizeiinspektion Bad Bergzabern teilte gestern mit, dass keine Hinweise auf ein vorsätzliches Inbrandsetzen vorlägen. Die Ermittlungen dauern noch an. Ein Gebäudeschaden ist nicht entstanden. 1918 hatte die Evangelische Diakonissenanstalt Speyer-Mannheim das Sägewerk und Kurhaus Holler erworben, abgerissen und an dieser Stelle die Waldmühle gebaut. Sie war Haushaltungsschule mit Internat für etwa 60 Mädchen. Das Gelände wurde zudem zum Aufbau einer Geflügelzucht genutzt. 1972 wurde der Schulbetrieb eingestellt, das Haus wurde Ruhesitz der Diakonissen. „Es ist ein Riesenglück, dass nicht mehr passiert ist, denn wir wollen das Haus erhalten“, freut sich Birgit Scherer trotz des Schreckens in der Abendstunde. Aber Glück im Unglück: Hätte der Hausmeister den Müll nicht zu dieser Uhrzeit weggebracht, wäre der Schwelbrand nicht so früh entdeckt worden. (pfn)