Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Bornheim: Ortsbürgermeister Karl Keilen hört auf

Nach dem Willen des CDU-Ortsverbands soll die parteilose Elke Thomas neue Rathauschefin werden. Foto: Iversen
Nach dem Willen des CDU-Ortsverbands soll die parteilose Elke Thomas neue Rathauschefin werden.

Karl Keilen wird nicht mehr für das Amt des Bornheimer Ortsbürgermeisters kandidieren. Das hat der 68-Jährige nun bei einer Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbands erklärt. Nach Angaben der Christdemokraten sei das für alle überraschend gewesen. „Ich hätte gerne weitergemacht, weil mir das Amt Freude bereitet. Aber die persönlichen Gründe wiegen schwerer“, sagt Keilen im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Der promovierte Forstwissenschaftler ist in der CDU kein Unbekannter. Er führt die Fraktion im Verbandsgemeinderat Offenbach, sitzt im Kreistag. Keilen gilt als Umweltexperte, hat sich mit verschiedenen Ökoprojekten wie den Eh-da-Flächen in Bornheim einen Namen gemacht.

In einer Pressemitteilung teilt der CDU-Ortsverband nun mit, er spreche „sich für die Unterstützung der parteilosen Bürgermeisterkandidatin Elke Thomas aus“. Die FWG hatte die Geschäftsführende Beamtin der Kreisverwaltung Bad Dürkheim, wie berichtet, zuletzt einstimmig als Spitzenkandidatin nominiert. Lukas Wingerter, der im Februar zum neuen Bornheimer CDU-Chef gewählt worden war, habe sich bei der Mitgliederversammlung bei Keilen für die Zusammenarbeit bedankt.

Keilen: „Weiß nichts von Beschluss“

Ist die Motivlage für Keilens Entscheidung, nicht mehr für das Amt des Ortsbürgermeisters zu kandidieren, wirklich so eindeutig, wie er und die CDU betonen? Seit 2012 leitet der frühere stellvertretende Abteilungsleiter im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium die Geschicke des Ortes. Auf Außenstehende macht der 68-Jährige einen gemütlichen und auf Ausgleich bedachten Eindruck, nicht nur wegen seines Moseldialekts. Doch nach Informationen der RHEINPFALZ soll Keilen in den vergangenen Monaten für erhebliche Irritationen im CDU-Ortsverband gesorgt haben. Aus Kreisen der Christdemokraten heißt es, Keilen habe einen Beschluss des Ortsverbandsvorstands missachtet. Der hatte angeblich entschieden – in Absprache mit dem Ortsbürgermeister –, dass dieser nicht mehr bei der Wahl antreten wird. Dann soll Keilen beim Neujahrsempfang der Ortsgemeinde aber erklärt haben, wieder kandidieren zu wollen – angeblich ohne Absprache mit seiner Partei.

Keilen sagt, er habe dem CDU-Vorstand einst mitgeteilt, dass er auch bereit sei, auszusteigen. Heißt: keine erneute Kandidatur. Nach diesem Gespräch sei aber niemand mehr auf ihn zugekommen, von einem Beschluss des Ortsverbands sei ihm nichts bekannt. Beim Neujahrsempfang habe er dann gesagt, er beabsichtige, wieder anzutreten. Dass er nun seine Kandidatur zurückziehe, habe mit den angeblichen Vorgängen in der CDU nichts zu tun. Er wisse darüber auch nichts, sagt Keilen.

CDU: „Fragen sind obsolet“

In den vergangenen Wochen hatte die RHEINPFALZ immer wieder bei der Bornheimer CDU wegen Keilen angefragt. Zwei Quellen aus den Reihen der Christdemokraten hatten hinter vorgehaltener Hand unabhängig voneinander erklärt, es gebe Irritationen, ja Streit wegen Keilen. Die Redaktion hatte dem neuen CDU-Chef Wingerter daraufhin Fragen zugesandt (siehe „Zur Sache“). Der hatte erklärt, er könne sich erst nach der Mitgliederversammlung äußern. Nun hat der 23-Jährige geantwortet: „Karl Keilen hat auf der Mitgliederversammlung verkündet, aus persönlichen Gründen nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters kandidieren zu wollen, weshalb die Beantwortung Ihrer Fragen obsolet ist.“ Wingerter betont auf Nachfrage, dass die CDU in keiner Weise Einfluss auf die Entscheidung Keilens genommen habe, seine Kandidatur zurückzuziehen.

Tritt nicht mehr an: Karl Keilen, hier 2014.  Archiv: Iversen
Tritt nicht mehr an: Karl Keilen, hier 2014. Archiv: Iversen
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