Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Borheim: Gemeinde will Michelin-Vorhaben genau prüfen

Michelin will rund 20 Millionen Euro in die Erweiterung seines Landauer Lagers in Bornheim investieren.
Michelin will rund 20 Millionen Euro in die Erweiterung seines Landauer Lagers in Bornheim investieren. Foto: van

Darf in Bornheim ein neues Lager der Firma Michelin gebaut werden? Das prüft derzeit eine Behörde. Derweil machen Parteien und Umweltschützer mobil. Und liefern Alternativen. Am Ende werden andere das letzte Wort haben.

Der Plan von Michelin, sein Landauer Lager auf Bornheimer Gemarkung zu erweitern, stößt auf Widerstand. Die Kreistagsfraktion der Grünen sowie der Bund für Umwelt- und Naturschutz, kurz BUND, hatten deshalb für Donnerstag zu einer Diskussion ins Bornheimer Rathaus geladen. Kreisbeigeordneter Ulrich Teichmann (Grüne), der die Veranstaltung moderierte, übte scharfe Kritik an dem geplanten Flächenverbrauch. Er monierte vor allem, dass das

für die Erweiterung vorgesehene Areal in Teilen das Vogelschutzgebiet „Offenbacher Wald, Bellheimer Wald und Queichwiesen“ sowie das Flora-Fauna-Habitat „Bellheimer Wald mit Queichtal“ berühre. Das sei auch aufgrund aktueller Natur- und Klimaschutzdiskussionen nicht akzeptabel, sagte Teichmann vor den rund 50 Zuhörern.

Derzeit prüft die zuständige Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt, ob die Michelin-Pläne – auch mit Blick auf den Umweltschutz – überhaupt machbar wären. Sollte das Projekt aus Sicht der Behörde umsetzbar sein, hätte der Bornheimer Gemeinderat das letzte Wort. Er müsste einen Bebauungsplan beschließen, um den Weg für das Lager frei zu machen. Ortsbürgermeisterin Elke Thomas (parteilos) sagte im Gespräch mit der RHEINPFALZ am Donnerstag: „Wir werden alles genau prüfen.“

„In Spanien geht es doch auch“

Teichmann betonte, von einer Weltfirma wie Michelin dürfe erwartet werden, dass alternative Möglichkeiten bei Erweiterungsabsichten gleichrangig geprüft werden. In Spanien habe das Weltunternehmen beispielsweise aufgrund strenger Auflagen ein vollautomatisches Hochregallager errichtet, damit keine zusätzlichen Flächen verbraucht werden. Was dort gemacht worden sei, müsse auch in Landau geprüft werden, sagte Teichmann. Der Grüne bedauerte außerdem, dass kein Michelin-Vertreter zu der Diskussionsveranstaltung gekommen sei, obwohl das Unternehmen eine Einladung erhalten habe. BUND-Sprecher Ulrich Mohr sagte, es könne nicht so weitergehen, dass begrenzte Ressourcen unbegrenzt verbraucht würden. Er kritisierte auch die Gesetzgebung. Es sei viel zu einfach möglich, den Naturschutz auszuhebeln, wenn wirtschaftliche Interessen im Raum stünden.

Wie berichtet, betreibt Michelin seit 1982 ein Reifenlager in Landau. Derzeit arbeiten dort rund 300 Menschen in drei Schichten, der Standort hat eine Fläche von 308.000 Quadratmetern und eine Lagerkapazität für rund 1,3 Millionen Reifen. Weil Landau auch das Ungarn-Geschäft von Michelin übernehmen soll, will das Unternehmen erweitern. Dafür kommt laut Michelin aber nur jene Fläche auf Bornheimer Gemarkung infrage. Dafür hat die Firma inzwischen 6,3 Hektar Land von Privatleuten gekauft. Auf dem Areal sollen Lagerhallen mit einer Gesamtfläche von 40.000 Quadratmetern entstehen sowie 90 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Firma will rund 20 Millionen Euro investieren.

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