Kreis Südliche Weinstraße „Blaulichtfamilie“ besteht „Feuerprobe“

So mancher Kurgast und Einheimische eilte am Samstagnachmittag in der Kurtalstraße in Bad Bergzabern erschrocken an den Straßenrand, als er sah und hörte, wie mehrere Rettungsfahrzeuge von Feuerwehr, der Schnelleinsatzgruppe des DRK, THW und Polizei in Richtung Hotel Friedrichsruhe eilten.
Dort wartete schon eine stattliche Zahl von Kindern und Erwachsenen auf das Eintreffen der Hilfskräfte zur Jahresabschlussübung der Stützpunktwehr Bad Bergzabern. Unter den Augenzeugen auch erstmals Stadtbürgermeister Fred-Holger Ludwig (CDU), der gleich mit dem gesamten Stadtvorstand gekommen war. Das Übungsszenario ist realistisch: Die Uhr zeigt exakt 15 Uhr, als der Anruf eines aufmerksamen Kurgastes bei der Rettungsleitstelle eingeht: „Brand im Hotel Friedrichsruhe in Bad Bergzabern, sehr starke Rauchentwicklung, die man in den Fenstern sehen kann.“ Nur wenige Minuten später ein weiterer Anruf: „Flammen schlagen im zweiten Stock aus den Fenstern des Hotels Friedrichsruhe.“ Die Rettungsleitstelle setzt die Alarmkette in Bewegung. Da am Samstag in der Friedrichsruhe Umbau- und restliche Wartungsarbeiten durchgeführt werden – so das Szenario – sind gleich mehrere Handwerker im Haus tätig. Löschversuche der Handwerker selbst scheitern, weil sich im Obergeschoss sehr schnell starker Rauch ausbreitet. Als Brandursache wird angenommen, dass Schweißarbeiten an der Heizungsrohrleitung in einem Hotelzimmer, nicht fachgerecht durchführt wurden. Acht Personen werden vermisst. Soweit der Ernstfall, den die Feuerwehr Bad Bergzabern sowie die nachgeforderte Feuerwehr Oberotterbach und die Sapeurs Pompiers aus Weißenburg gemeinsam mit der Schnelleinsatzgruppe des DRK, die die medizinische Erstversorgung und Betreuung der zum Teil über die beiden Drehleitern aus Bad Bergzabern und Weißenburg Geretteten übernahmen, und dem THW Bad Bergzabern probten. Der stellvertretende Kreisfeuerwehr-Inspekteur Dirk Nerding kommentierte für die Schaulustigen das Geschehen rund um die Friedrichsruhe. Herbert Rieger, der bei dieser Großübung die Einsatzleitung hatte und auch für die Inszenierung der Schadenslage verantwortlich zeichnete, verschaffte sich einen ersten Überblick und gab im Anschluss die ersten Befehle an die nachrückenden Einsatzkräfte. Dass die inszenierte Schadenslage jederzeit zum Ernstfall werden kann, zeigten Ereignisse in zurückliegenden Jahren. Der Einsatz war durch die Zusammenarbeit der Wehren, des DRK und THW auch sehr schnell gemeistert. „Es klappte alles wie am Schnürchen“, resümierte Wehrleiter Udo Mertz, der, wie schon zuvor Wehrführer Heiko Nebert, bei der anschließenden Manöverkritik im Feuerwehrhaus seinen Kollegen Lob aussprach. Die Koordination der verschiedenen Feuerwehren und Einsatzkräfte habe sehr gut funktioniert. Jeder Feuerwehrmann sei mit großem Engagement bei der Sache gewesen. Auch Kreisfeuerwehrinspekteur Rudi Götz (Annweiler) zollte Anerkennung für die gute Zusammenarbeit der „Blaulichtfamilie“. Sie habe einmal mehr die „Feuerprobe“ bestanden. (som)