Kreis Südliche Weinstraße Biergarten im Park das nächste Ziel

„Wir haben einen Kraftakt hinter uns“, ist das bisherige Resümee von Sven Stöffler, Geschäftsführer des Hotels Friedrichsruhe in Bad Bergzabern, mit 36 Zimmern eines der größten in der Kurstadt. Der Deutsche Hotel und Gaststättenverband Dehoga belohnte die Mühen jetzt trotz nicht abgeschlossener Renovierung. Das Hotel führt seit Dezember vergangenen Jahres die Klassifikation „Drei Sterne“ und darf sich „Komfortunterkunft für gehobene Ansprüche“ nennen.
Im November 2013 hat Sven Stöffler, auch Besitzer des Restaurants „Zur Linde“ mit zehn Gästezimmern, den Pachtvertrag unterschrieben. Eigentümer der Friedrichsruhe ist BS-Immobilien, BS steht für Birgit Scherer. Der GmbH gehört unter anderem in Bad Bergzabern die Post und das Gebäudeensemble Wilhelmy/Vogel gegenüber der Post. „Im April 2014 kam der erste Gast, acht Wochen zuvor hatte die Renovierung begonnen“, erzählt Sven Stöffler im Foyer des Hotels, in dem ein Bistro, im Sommer mit Außensitz, eingerichtet wurde. Zurzeit sind 20 Zimmer im vierten und dritten Stock mit zum Teil bis zu vier Betten für Familien mit Kindern fertig. Wenn die Renovierung abgeschlossen ist, verfügt die Friedrichsruhe über 36 Zimmer mit 90 Betten. „Es läuft gut an“, sagt Stöffler beim Blick auf die Zimmerbelegung. Für den Sommer habe er bereits mehr Reservierungen, als er bedienen könne. Ab März soll für die Gäste Halbpension angeboten werden. Das Hotel verfügt über einen Frühstücksraum mit 54 Plätzen, dessen große Panoramascheiben den Blick auf den 25.000 Quadratmeter großen Park, der zur Friedrichsruhe gehört, freigeben. Zusätzlich können im Bankettsaal bis zu 120 Gäste bewirtetet werden. „Am Wochenende findet im Bankettsaal eine Tagung statt“, erzählt Stöffler bei einem Rundgang durch die Räume. Und zeigt die „provisorische“ Küche, die wie er sagt, hoffentlich bald in der Waldmühle, einem noch renovierungsbedürftigen Haus auf dem Gelände mit Zugang zum Hotel, eingerichtet werden kann. „Die Küche ist eine Herausforderung wegen der baulichen Gegebenheiten der Waldmühle, die einen hohen Sanierungsbedarf hat“, sagt Stöffler. Er schätzt, dass er bisher zwischen 120.000 und 150.000 Euro in die Inneneinrichtung investiert hat. Zusätzlich habe die Familie geholfen und viel Eigenleistung erbracht. Sechs Festangestellte, zwei Auszubildende zum Hotelfachmann oder -frau und einige Teilzeitkräfte sind zurzeit in der Friedrichsruhe beschäftigt. „So langsam geht es an die Details“, sagt der Geschäftsführer. Dazu gehöre die Eröffnung eines Biergartens im Park, auf die er im Frühjahr hoffe, wenn die Genehmigung erteilt sei. Ein großes Projekt werde die Offenlegung des Erlenbachs sein, der mehr als 100 Meter durch den Park der Friedrichsruhe verläuft und zurzeit verrohrt ist. In das Bauvorhaben der Stadt, den Erlenbach durch den gesamten Kurpark offenzulegen, soll auch die Friedrichsruhe einbezogen werden. „Planerisch haben wir eine Lösung, nach meinem Kenntnisstand hat der Investor der Maßnahme zugestimmt“, betont Stöffler. Der Kraftakt ist also nicht zu Ende, aber Sven Stöffler ist zuversichtlich. „Wir haben vor zwölf Monaten angefangen und bewiesen, dass man was erreichen kann, wenn man Gas gibt“, sagt er. (pfn)