Heuchelheim-Klingen RHEINPFALZ Plus Artikel Bier, Rosé oder alkoholfrei: So schmeckt die Fußball-WM

„Wir wollen wissen, ob Wein beim Fußball nicht ähnlich gut funktionieren kann wie Bier“, sagt das Winzer-Ehepaar Martina Rinck-W
»Wir wollen wissen, ob Wein beim Fußball nicht ähnlich gut funktionieren kann wie Bier«, sagt das Winzer-Ehepaar Martina Rinck-Wüst und Matthias Wüst aus Heuchelheim-Klingen.

Ein Pfälzer Weingut will zur Fußball-WM mit Wein statt Bier punkten. Doch neben Riesling und Rosé könnte vor allem auch noch ein anderer Trend das Turnier prägen.

Anstoß um 21 Uhr, 22 Uhr, 3 Uhr oder sogar 4 Uhr morgens: Die kommende Fußball-Weltmeisterschaft bringt deutsche Fans trinktechnisch durcheinander. Während Bier traditionell die Nummer eins ist, schickt ein Pfälzer Weingut aus Heuchelheim-Klingen erstmals einen „kompletten Wein-Kader“ ins Rennen. Und auch alkoholfreie Getränke mischen plötzlich ganz vorne mit.

Fußball und Bier gehören eigentlich zusammen wie Tor und Jubel. Doch die WM 2026 könnte diese eingespielte Partnerschaft auf die Probe stellen. Wegen des Turniers in den USA, Kanada und Mexiko laufen die Spiele hierzulande zu sehr unterschiedlichen Zeiten. Während Deutschland zum Auftakt gegen Curaçao um 19 Uhr und die beiden folgenden Vorrunden-Partien gegen die Elfenbeinküste sowie Ecuador jeweils um 22 Uhr spielt, werden andere Begegnungen um Mitternacht, um 1 Uhr, um 3 Uhr oder sogar um 4 Uhr morgens angepfiffen. Wer sich die komplette WM ansehen will, braucht also nicht nur starke Nerven, sondern auch einen durchdachten Getränkespielplan.

Sechs Weine - sechs Spielphasen

Genau hier sieht das Weingut Rinck-Wüst aus Heuchelheim-Klingen seine Chance. Während viele Fans noch reflexartig zum Bierkasten greifen, haben Martina Rinck-Wüst und Matthias Wüst einen kompletten Wein-Kader aufgestellt. „Wir wollen wissen, ob Wein beim Fußball nicht ähnlich gut funktionieren kann wie Bier“, sagt die Winzerin und ehemalige Weinprinzessin Martina Rinck-Wüst.

Sechs Weine für sechs Spielphasen – vom Anstoß über den Torjubel bis zur Analyse nach dem Abpfiff. Die Idee dahinter: Läuft ein Spiel um 21 Uhr, passt vielleicht ein kühler Weißwein. Beginnt die Partie erst um 22 Uhr, könnte ein Rosé ins Spiel kommen. Und wer nachts um 3 Uhr noch ein Achtelfinale verfolgt, fragt sich womöglich ohnehin, ob Bier und Wein wirklich die optimale Verlängerungshilfe sind – oder ob es nicht doch lieber Wasser oder Tee sein sollte.

Der stille Favorit

Genau deswegen könnte der eigentliche Gewinner dieser WM weder Bier noch Wein sein. Denn immer mehr Fans greifen gerne auch zu alkoholfreien Alternativen. Gerade bei den kuriosen Anstoßzeiten zwischen Mitternacht und Morgengrauen dürfte für viele ein Getränk ohne Promille die vernünftigere Wahl sein. Schließlich endet die Gruppenphase teilweise erst um 4 Uhr morgens, und auch in der K.-o.-Runde stehen Nachtspiele auf dem Programm. Nur Halbfinale und Finale werden mit der jeweiligen Anstoßzeit um 21 Uhr wieder etwas alltagstauglicher für Fußballfans in Europa.

Am Ende erlebt die WM 2026 vielleicht das ungewöhnlichste Turnier im Glas: Bier geht als Titelverteidiger ins Rennen, Wein als pfälzischer Herausforderer und Alkoholfreies als stiller Favorit. Sicher ist nur: Wenn um 4 Uhr morgens Argentinien gegen Jordanien spielt, hat das Feierabendbier plötzlich keinen Heimvorteil mehr. Und genau darauf setzen die Winzer aus der Pfalz – mit einem Augenzwinkern und der Hoffnung auf einen Volltreffer. „Wir sehen darin eine Chance, Wein stärker als modernes Getränk für gemeinsame Fußballabende ins Gespräch zu bringen“, sagt das Winzer-Ehepaar abschließend.

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