Kreis Südliche Weinstraße Betreuung rund um die Uhr

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„Ich wünsche mir, dass uns alle gut aufnehmen“, sagt Antonius Faath, Bereichsleiter beim Jugendwerk St. Josef. Vor wenigen Tagen hat die Wohngruppe „Betreutes Wohnen Plus“ des Jugendwerks in Bad Bergzabern ihre Arbeit aufgenommen. Neun minderjährige Flüchtlinge werden im Hotel „Linde“ rund um die Uhr betreut, bis sie eine Perspektive in einer für sie fremden Kultur gefunden haben.

Es soll keine vorübergehende Einrichtung in der Kurstadt werden, auch wenn andere Räumlichkeiten gesucht werden müssen, sobald der Umbau des Hotels und der Gaststätte, die derzeit geschlossen sind, beendet ist. „Wir wollen das Konzept ,Betreutes Wohnen plus’“, das nicht nur für Flüchtlinge gedacht ist, in Bad Bergzabern beibehalten. Die Infrastruktur mit Schulen und medizinischer Versorgung ist gut“, sagt Faath zu den Plänen des St. Josefswerks. 125 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 21 Jahren werden derzeit vom Träger der Jugendhilfe betreut, der Tradition der Einrichtung folgend geschlechtlich getrennt. Kostenträger ist der Kreis im Rahmen der Jugendhilfe. 2011 habe das Jugendwerk die ersten Flüchtlinge in damals bestehende Wohngruppen aufgenommen. „Das gemischte Konzept einheimischer Jugendlicher mit Flüchtlingen hätten wir gerne beibehalten“, bedauert Faath. Aber wegen der hohen Flüchtlingszahlen sei im vergangenen Jahr die Anfrage des Jugendamtes gekommen, ob das St. Josefswerk weitere Flüchtlinge aufnehmen könne. Im Januar sei dann eine „Clearing-Gruppe“ in Herxheim gegründet worden, um zunächst die Grundbedürfnisse der Flüchtlinge und deren weiteren schulischen oder beruflichen Weg in Deutschland zu klären. „Es lief richtig gut, sie konnten schnell in andere Einrichtungen vermittelt werden“, ist die Bilanz Faaths. In Bad Bergzabern sollen insgesamt neun Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren aus Somalia, Eritrea und Afghanistan betreut werden. „Drei kommen aus Gießen, einer aus einer Pflegefamilie, fünf aus der Gruppe in Herxheim“, so Faath. Zur Verfügung stehen neun Einzelzimmer, eine Küche, ein Aufenthaltsraum und ein Raum für die Mitarbeiter. Fünf bis sechs Mitarbeiter werden ständig da sein, auch nachts. „Es geht zunächst natürlich um die Sprache, dann festzustellen, welche Schule oder Ausbildung in Frage kommt und insgesamt um eine geregelte Struktur“, erläutert Faath das Konzept. Ziel sei es, selbstständig zu wohnen und den Lebensunterhalt bestreiten zu können. „Ein Großteil der Jugendlichen, die teils lange Fluchten hinter sich haben, ist hochmotiviert“, ist seine Erfahrung. Teilweise müsse man sich aber zunächst auch um gesundheitliche Belange kümmern, als Folge der Flucht. „Im Moment läuft der Mietvertrag mit dem Jugendwerk bis Ende 2017. Wir müssen dann sehen, wie weit wir mit den Umbauarbeiten gekommen sind“, sagt der Besitzer der „Linde“, Sven Stöffler. Mit den besonderen Gästen hat er kein Problem: „Wir vermieten seit 28 Jahren an Gäste, das sind die Jugendlichen auch.“ |pfn

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