Kreis Südliche Weinstraße Besucherrekord in Südpfalz-Therme
Bereits 2015 war ein Rekordjahr für die Südpfalz-Therme. Die 2016 gezählten gut 171.000 Gäste in Therme, Sauna, Salzgrotte und Wellnessbereich bedeuten ein Plus von 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der endgültige Jahresabschluss liegt noch nicht vor, aber der voraussichtliche Jahresfehlbetrag liegt unter 100.000 Euro. „Es wurde – ohne Zinsen und Abschreibungen – erstmals ein operativer Gewinn von zirka 200.000 Euro erwirtschaftet“, sagt Sandra Reichenbacher. 2015 war kein Verlustausgleich durch die Gesellschafter mehr erforderlich. Der ist auch für 2016 nicht nötig. Zuschüsse hätten lediglich für Investitionen und Finanzierungskosten aus dem Umbau geleistet werden müssen, so Reichenbacher. Bekanntlich sind das Land Rheinland-Pfalz (53,5 Prozent), die Stadt Bad Bergzabern (31,5 Prozent) und der Kreis SÜW (15 Prozent) Gesellschafter der Staatsbad Bad Bergzabern GmbH. Der am Dienstag veröffentlichte Bericht habe bei einigen Gästen der Südpfalz-Therme für Verunsicherung gesorgt, erzählt Reichenbacher. Wie berichtet, hatte Rechnungshof-Präsident Klaus Behnke den Ausstieg des Landes aus der Staatsbad GmbH gefordert. Kritisiert wurde, dass die Gesellschafter von 2009 bis 2014 10,6 Millionen Euro in das defizitäre Unternehmen gesteckt hätten, davon seien 5,3 Millionen Euro auf das Land entfallen. Zwischen Dezember 2004 und Februar 2006 war die Südpfalz-Therme für rund 13,3 Millionen Euro umfassend saniert worden. Die Sanierung habe weder zu der erhofften Steigerung der Besucherzahlen noch zu Gewinnen geführt, kritisierte Behnke. Dem widerspricht Sandra Reichenbacher. Der Landesrechnungshof beziehe sich auf ein Gutachten, das vor der Sanierung der Therme erstellt worden ist. Die darin angestellten Berechnungen seien unrealistisch. Reichenbacher, die seit 2012 Geschäftsführerin der Staatsbad GmbH ist, verweist auf die deutlich gestiegen Besucherzahlen. 2007 kamen rund 130.000 Gäste in Therme und Sauna, seit 2013 sind es jährlich mehr als 160.000 – Tendenz steigend. Reichenbacher führt dies auf das gute Angebot der Therme sowie auf erfolgreiche Werbemaßnahmen, vor allem im benachbarten Elsass, zurück. Lagen die Gesamterlöse im Jahr 2009 bei 1,718 Millionen Euro, stiegen sie 2016 auf 2,606 Millionen Euro. Das Jahresdefizit verringerte sich von 1,963 Millionen 2009 auf erwähnte weniger als 100.000 Euro im Vorjahr. Die vom Rechnungshof angemahnte Erhöhung der Eintrittspreise sieht Reichenbacher kritisch. „Die im Bericht des Rechnungshofes angestellten Preisvergleiche muss man relativieren. Da wurden als vergleichbare Einrichtungen die Caracalla-Therme in Baden-Baden und die Thermen- und Badewelt in Sinsheim herangezogen. Das ist völlig unrealistisch. Mit denen können wir uns nicht vergleichen“, meint die Geschäftsführerin. Reichenbacher hat mit dem Land gesprochen. Man habe ihr versichert, dass sich Mainz nicht aus der Staatsbad-Gesellschaft zurückziehen wolle. „Aber es ist ganz klar: Das Land will, dass wir uns selbst tragen“, sagt sie. Um dieses Ziel erreichen zu können, muss weiter in die Therme investiert werden. Als nächstes ist das große Außenbecken dran. „Das ist fast 30 Jahre alt“, so Reichenbacher. Eine Sanierung lohnt sich nicht. Das geflieste Becken wird durch ein Edelstahlbecken ersetzt. „Durch den Wandel der Therme zum Ganzjahresziel ist das Außenbecken zunehmend auch im Sommer ein Anziehungspunkt“, so Reichenbacher. In der kommenden Woche stehen Vermessungsarbeiten an. Am Sonntag, wenn der letzte Gast die Therme verlassen hat, wird das Wasser abgelassen. Am Montag stehen Vermessung und Bestandsaufnahme auf dem Programm. Danach wird das Becken wieder befüllt. „Das Außenbecken ist bis zum vollständigen Befüllen mit Thermalwasser drei bis vier Tage nicht in Betrieb“, sagt Sandra Reichenbacher. Die anderen Becken und die Sauna können regulär genutzt werden. Ende kommender Woche soll der Betrieb wieder normal laufen. Zügig werden dann die Arbeiten ausgeschrieben. Baubeginn soll nach den Herbstferien sein. Die Bauzeit soll rund acht Wochen dauern. Von der Erneuerung mit einem Edelstahlbecken verspricht sich Reichenbacher eine Reduzierung des künftigen Instandsetzungsaufwands und eine Energieeinsparung, weil auch die veraltete Technik ersetzt wird. Ein Edelstahlbecken verspreche zudem eine deutlich längere Lebensdauer. |jpa