Kreis Südliche Weinstraße Bescherung für Bedürftige

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Seit mehr als acht Jahren hilft die 47-Jährige ehrenamtlich bei der Tafel Bad Bergzabern. Nachdem wegen der Schließung des Real-Marktes in Rohrbach der jährliche Weihnachtswunschbaum für Kinder weggefallen war, nahm Simone Lutz die Sache in diesem Jahr selbst in die Hand. Jeder der Bedürftigen sollte ein Geschenk bekommen, war ihr Ziel. Am 18. Oktober gründet sie eine Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook, die in kurzer Zeit weit mehr als 200 Mitglieder hatte. „Ich habe bestimmt mit 120 Leuten telefoniert“, erzählt Simone Lutz, die auch Spenden abgeholt hat – bis nach Hochstadt und Mutterstadt. „Es wurden richtig schöne Sachen gespendet“, sagt sie. Pflegesets, Kerzenständer, Gutscheine für das Hallenbad, Schmuck, Bücher oder Gutscheine für einen Friseur- oder einen Kinobesuch. Und viele Spielsachen. Die dreifache Mutter funktionierte ihr Schlafzimmer kurzerhand zum Lagerraum um, damit ihre Kinder, die zwölfjährige Sari und die elfjährigen Zwillinge Shana und Elias, sich im Wohnzimmer noch bewegen konnten. „Meine Kinder fanden es toll und haben mitgeholfen, die Päckchen zu packen“ , freut sie sich. Auch darüber, dass sie sich nicht beschwert haben, dass ihre Mutter so viel Zeit mit der Weihnachtsaktion verbracht hat. „Wahnsinnig engagiert hat sich auch Nadine Altmeyer von der Grundschule in Bad Bergzabern. Sie habe unter dem Motto „Jeder kann ein kleiner Nikolaus sein“ ein Unterrichtsthema daraus gemacht, erzählt Simone Lutz, die in einer Unterrichtsstunde war. Die Kinder hätten viel gefragt, seien begeistert gewesen und hätten für die Aktion gespendet. „Mit allem, was zusammengekommen ist, konnten wir in einer gemeinsamen Aktion in der Tafel schöne Päckchen packen.“ Es habe viele positiven Reaktionen gegeben. „Ich hatte teilweise Tränen in den Augen“, sagt sie. Nicht so schön seien die rund 15 negativen Rückmeldungen gewesen, die teils unter der Gürtellinie gewesen seien. So wurde eine Garantie gefordert, dass die Spende weder an Flüchtlinge noch an Ausländer geht. Wie sie dazu käme, sich für „dieses Pack“ einzusetzen oder „dem deutschen faulen Pack gebe ich nichts“, sind weitere Reaktionen der „harmlosen“ Art. „Meine Kinder haben mich dann aufgebaut und es waren ja im Ganzen gesehen auch wenige, die so reagiert haben“, sagt sie. „Ich habe tolle Menschen kennengelernt und eine wunderbare Erfahrung gemacht“, ist das Fazit von Simone Lutz, die selbst einen großen Weihnachtswunsch hat: Dass aus ihrem Bewerbungsgespräch, das sie vor Kurzen geführt hat, eine Arbeitsstelle wird. Bei der Tafel liefen zwei Tage vor Weihnachten die Vorbereitungen für die letzte Ausgabe vor dem Fest und die Geschenkausgabe. Eine ganz besondere Aktion hat Jan Becht für die Tafel gestartet. Er geht in die dritte Klasse der Grundschule und ist der Enkel von Inge Herms, die ehrenamtlich bei der Tafel engagiert ist. „Er hilft beim Spülen und Räumen und kümmert sich um unseren Drucker“, lobt Mathilde David, die Vorsitzende der Tafel, den jungen Ehrenamtlichen. „Ich habe 80 E-Mails verschickt und Zettel ausgedruckt“, erzählt Jan der RHEINPFALZ. Das Ergebnis: Vier Kisten Spielsachen sind zusammengekommen, mit denen heute vielen Kindern eine Freude gemacht werden kann. (pfn)

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