Kreis Südliche Weinstraße „Bergzabern ist ein sozialer Brennpunkt“

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Aktuell 44 Mitglieder hat der 2013 gegründete Freundeskreis des Hauses der Familie in Bad Bergzabern, von denen viele auch die zahlreichen Angebote und Hilfestellungen des Hauses aktiv unterstützen. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist es, durch verschiedene Aktivitäten, Mitgliederbeiträge oder Spenden das Haus der Familie auch finanziell zu unterstützen. Denn die Finanzierung ist nicht gesichert.

Das Haus der Familie wurde im September 2009 mit Fördermitteln des Landes und des Kreises Südliche Weinstraße ins Leben gerufen und muss zunehmend ohne Fördermittel auskommen. Die protestantische Kirchengemeinde ist Träger des Hauses der Familie, es steht Menschen jeglichen Alters, unabhängig ihrer Konfession oder ihrer Lebenssituation, offen. „Das Haus der Familie braucht pro Jahr rund 60.000 Euro, davon sollten ungefähr 30.000 über Spenden finanziert werden“, bilanzierte Dekan Dietmar Zoller, kraft Amtes im Vorstand des Freundeskreises, bei der Mitgliederversammlung am Dienstagabend. Größter Brocken der Einnahmen durch Spenden ist der jährliche Sponsorenlauf, bei dem im vergangenen Jahr rund 10.000 Euro eingenommen wurden. Der Haushalt des Freundeskreises ist eher bescheiden, trägt aber durch die angestoßenen Projekte zu mehr Einnahmen bei. 1100 Euro hat der Freundeskreis für eine große Leinwand ausgegeben, an der künftig im Haus der Familie oder im Sommer auf der grünen Wiese Filme vorgeführt werden. 200 Euro hat die Popcorn-Maschine gekostet, die bei vielen Gelegenheiten ebenfalls Einnahmen generieren soll. Einige hundert Euro brachten auch die Flohmärkte im Möbellager in Kapellen-Drusweiler ein. Gut 6000 Euro betrug der Kassenbestand Anfang 2017, wie Rechnungsprüfer Bernd Behret berichtete. Helga Schreieck, Leiterin des Hauses der Familie und kraft Amtes ebenfalls im Vorstand des Freundeskreises, gab einen Überblick über die vielen Aktivitäten und die Ideen für die Zukunft. Geplant sei ein Treff für Alleinerziehende und ein Elternkurs, so Schreieck. Dafür soll Kontakt mit dem Jugendamt aufgenommen werden, um die Zielgruppe direkt ansprechen zu können. Angedacht ist auch eine Hebammensprechstunde und ein Besuch in der so genannten „Obdachlosensiedlung“ Bad Bergzaberns in der Landauerstraße, um die Menschen in den als „Atzelhof“ bezeichneten Wohnungen der Stadt über das Angebot des Hauses der Familie zu informieren und einzuladen. „Bad Bergzabern ist ein sozialer Brennpunkt, viele Menschen leben in prekären Verhältnissen, es gibt die höchste Dichte an Sozialwohnungen im Kreis, die höchste Arbeitslosigkeit und die höchste Rate an Betreuung durch das Jugendamt“, sagte Dekan Dietmar Zoller. Erfreulich war für Helga Schreieck die Resonanz aus der Adventskalenderaktion, bei der das Haus der Familie erstmals eigene Wünsche formuliert hat. Ehrenamtliche haben sich gefunden, um geöffnete Kirchen zu betreuen. Eine Patin unterstützt jetzt eine große Familie aus Afghanistan, die dringend Hilfe gebraucht hat, und die Nachbarschaftshilfe hat weitere Unterstützer. Große Freude herrschte bei den Mitgliedern auch darüber, dass die vier Schilder „Haus der Familie“ mit dem QR-Code zur Homepage, die längst überfällig waren, aber nicht in das Konzept der Stadt integriert werden konnten, jetzt an den kircheneigenen Gebäuden angebracht werden. Gewählt wurde ein neuer Vorstand, zu dem weiterhin kraft Amtes Dietmar Zoller und Helga Schreieck gehören. Einstimmig wurde als Vorsitzender Rainer Brunck, als Stellvertreter Gerhard Rodrian und als Kassenprüfer Bernd Behret gewählt. Info Wer Mitglied im Freundeskreis des Hauses der Familie werden will – der Jahresbeitrag kostet 12 bis 24 Euro, freiwillig auch mehr, kann sich unter Telefon 06343 931774 anrufen oder per E-Mail an hausderfamilie.bzb@gmx.de informieren. Gesucht wird dringend ein gebrauchter lichtstarker Beamer für die Kinoaufführungen im Freien oder der Besitzer eines solchen, der ihn dafür zur Verfügung stellen würde. |pfn

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