Kreis Südliche Weinstraße Beim Dauertanz die Richtige gefunden

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Der Oberhausener Rudolf Wirth war in jungen Jahren ein leidenschaftlicher Tänzer. Beim Tanz lernte er auch seine Frau Lilly kennen. Heute sind die beiden 65 Jahre verheiratet. Und das wird gefeiert.

Im Garten ihrer Schwester stehend, sah Rudolf Wirth seine spätere Frau Lilly zum ersten Mal – und verliebte sich Knall auf Fall in die zierliche junge Dame. Am gleichen Tag war Kerwe im Ort, da hoffte er, die schöne Unbekannte wiederzusehen. Doch bei so vielen jungen Mädchen erkannte er seine Angebetete nicht auf Anhieb. Also tanzte er mit jeder jungen Frau, bis er endlich seine Auserwählte in den Armen hielt. Das erzählt der 87-jährige Rudolf Wirth aus Oberhausen mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. Seine Frau Lilly Wirth, geborene Kast, meint: „Ich glaube, er war etwas verwirrt bei dem Anblick von so vielen jungen Damen. Aber es hat ja doch noch geklappt.“ Das war im August 1950. Im Jahr darauf heirateten sie. Lilly Wirth, gebürtige Oberhausenerin, wuchs als Jüngste von fünf Geschwistern auf. Ihre Eltern besaßen lange Jahre eine Bäckerei und einen Kolonialladen im Ort, den sie nach dem Tod des Vaters 1943 schließen mussten. Lilly fing 1946 eine Bürolehre in der Firma Bechtolina in Bad Bergzabern an. Doch die Mutter, die von der Landwirtschaft lebte, brauchte Lillys Hilfe, denn die älteren Geschwister waren schon außer Haus. So brach Lilly schweren Herzens ihre Ausbildung ab und half ihrer Mutter. Rudolf Wirth wurde 1946 mit seiner Familie aus Sudetendeutschland vertrieben. Nach langer Wanderung fanden sie in Oberhausen eine Bleibe, wo er den Beruf des Schneiders erlernte. Rudolf mochte zwar seinen Beruf, fand aber nie Erfüllung darin. Sein Wunsch war es immer, Schreiner zu werden, was er aber nie in die Tat umsetzten konnte. Dafür baute er eigenhändig neben dem Anwesen seiner Schwiegermutter im Jahre 1966 das Haus für sich und seine Familie. Nach seiner Lehre war Rudolf Wirth bei der französischen Armee als Heizer beschäftigt. 1955 wechselte er zur Bundeswehr in Bad Bergzabern, wo er erst als Heizer und dann bis zu seiner Rente als Lkw-Fahrer arbeitete. Obwohl der Schneiderberuf nicht seins war, nähte er sich seinen Hochzeitsanzug damals selbst. Auch für die beiden Söhne Harry und Wolfgang schneiderte er Jacken, Hosen oder Mäntelchen. Lilly Wirth erinnert sich: „Ich bekam das Hochzeitskleid von meiner Schwester, das mussten wir umändern. Wir heirateten damals in Weiß. Den Blumenschmuck für in die Haare habe ich heute noch.“ Die kirchliche Trauung war in Landau. Schwager Alfons hatte extra einen Wagen besorgt, um das Hochzeitspaar zur Kirche zu fahren. Danach folgte eine kleine Hochzeitsreise nach Deidesheim und an das Riesenfass in Bad Dürkheim. Bei bester Gesundheit feiern sie heute mit der Familie Eiserne Hochzeit. Vor allem freuen sie sich auf Ur-Enkel Nicolas. Der ist vier Jahre alt und der ganze Stolz des Paares. |alve

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