Kreis Südliche Weinstraße Beigeordnetenkür: Wird die Kuh vom Eis geholt?

Nein, so hatte sich Bürgermeister Olaf Gouasé (CDU) den Beginn seiner Amtszeit in der fusionierten Verbandsgemeinde Edenkoben nicht vorgestellt. In seiner eigenen Fraktion gibt es Streit, wer ihm aus den Reihen seiner Partei als hauptamtlicher Beigeordneter zur Seite gestellt werden soll. Angesichts der schwierigen 9:7-Abstimmungskonstellation soll nun ein dritter Kandidat für eine große Mehrheit sorgen, Edelbert Frankmann.
Wie berichtet, wurde zunächst Daniel Becker (28), gebürtiger Kirrweilerer und Abteilungsleiter bei der Stadtverwaltung Wörth, für die A-16-Stelle auserkoren. Doch in der vorentscheidenden Fraktionssitzung sprachen sich sieben Christdemokraten, darunter der frühere Maikammerer VG-Bürgermeister Karl Schäfer und der ehemalige, abgewählte CDU-Kreisvorsitzende Nicolai Schenk, für Andreas Reuter aus. Der 46-Jährige war 13 Jahre geschäftsführender Beamter der alten VG Maikammer, ist nach der Fusion als einer von zwei Werkleitern für seinen früheren Aufgabenbereich Maikammer zuständig. Und er soll einmal die Regie für alle 19 Gemeinden übernehmen, wenn Leiter Michael Sack in Ruhestand geht. Doch Reuter hat sich nach Angaben des Verwaltungschefs noch nicht einmal als Bewerber bei ihm vorgestellt, was in CDU-Kreisen Zweifel an einer vertrauensvollen Zusammenarbeit aufkommen lässt. Die Reuter-Befürworter haben unterdessen auch das Argument ins Feld geführt, dass bei dessen Wahl eine Personalunion von hauptamtlichem Beigeordnetem und Werkleiter in der fünfjährigen Legislaturperiode eine Einsparung von 800.000 Euro bringen werde. Doch Gouasé widerspricht seinen Parteifreunden aus der VG Maikammer energisch. Diese Rechnung halte einer Prüfung nicht stand. Denn so hoch seien die Personalkosten für einen Werkleiter nicht. Außerdem sei Reuter in der bisherigen VG Maikammer mit 60 Prozent seiner Arbeitszeit als Werkleiter, somit 24 Stunden wöchentlich, beschäftigt gewesen. Der Werkleiter der bisherigen VG Edenkoben war zu 100 Prozent, somit 40 Stunden wöchentlich, tätig. Die VG-Werke seien nach der Fusion aber drei Mal so groß wie die Werke der ehemaligen VG Maikammer, „sodass die Beschäftigung eines Werkleiters nur in Teilzeit weder dem Aufgaben- noch dem Verantwortungsumfang gerecht werden kann“, so Gouasé. Hinzu kommt seinen Worten zufolge, dass der hauptamtliche Beigeordnete mit 28.000 Einwohnern in 19 Gemeinden Stellvertreter des Bürgermeisters ist und auch die Leitung von Fachbereichen als Dezernent übernehmen müsse. Dabei sei es rechtlich bedenklich, Werkleiter zu sein und die Werke gleichzeitig in seinem Dezernat zu führen. Soweit Reuter weitere Tätigkeiten für Gesellschaften als Geschäftsführer wahrnehme, lägen diese Nebentätigkeiten außerhalb der normalen Beschäftigungszeit. Angesichts der unterschiedlichen Lager, so heißt es, soll ein ganz anderer Kandidat für einen möglichst großen gemeinsamen Nenner – auch mit der FWG – sorgen: CDU-Fraktionsvorsitzender Eberhard Frankmann, ein Verwaltungsfachmann, der beim Rhein-Pfalz-Kreis in Ludwigshafen beschäftigt ist. (mik/Foto: Privat )