SÜW / Elsass RHEINPFALZ Plus Artikel Bei Waldbrand stärkere Zusammenarbeit mit französischer Feuerwehr

Beim Thema Waldbrand möchten die Feuerwehre der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern stärker mit den französischen Kollegen zusammena
Beim Thema Waldbrand möchten die Feuerwehre der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern stärker mit den französischen Kollegen zusammenarbeiten.

„Die Waldbrandgefahr wird zunehmen, es wird immer öfter brennen“, ist die Einschätzung von Dirk Nerding, Leiter der Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern. Er erklärt, warum die Franzosen bei diesem Thema viel weiter sind und was die Deutschen von ihnen lernen können.

Angesprochen wurde das Thema Waldbrand in der vergangenen Woche bei dem grenzüberschreitenden Treffen der Bürgermeister der Verbandsgemeinden Weißenburg und Bad Bergzabern in Steinfeld. Nach einer zweijährigen coronabedingten Pause war es nach den Kommunalwahlen mit einigen neuen Bürgermeistern auf beiden Seiten auch ein Kennenlernen. Vor allem beim geselligen Teil.

Zuvor wurden die unterschiedlichen Strukturen der Verbandsgemeinden und die bisherigen grenzüberschreitenden Projekte vorgestellt. Dazu gehören unter anderem die Eröffnung der Bahnlinie Winden-Weißenburg im Jahr 1991 oder die vielen Projekte der grenzüberschreitenden Wasserversorgung und Kläranlage.

„Hervorragende Arbeit geleistet“

Die älteste Zusammenarbeit der beiden Länder gibt es seit 1946 bei den Feuerwehren, die jetzt gemeinsam ein Projekt angehen wollen, wie Dirk Nerding als Leiter von 480 Feuerwehrleuten in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern der RHEINPFALZ mitteilt. „Wir arbeiten seit Jahren mit den Feuerwehren im Elsass zusammen, erst kürzlich bei dem Waldbrand in Petersbächel, da hatten die Franzosen ein großes Know-how.“

Als vor zwei Wochen über dem Maimont bei Petersbächel eine Rauchwolke aufstieg, waren rund 400 Feuerwehrleute vor Ort, um den Brand zu löschen. Vier Hektar Wald wurden zerstört. Rund 50 Wehrleute aus Frankreich waren mit ihren hochgradig geländegängigen Fahrzeugen ebenfalls vor Ort. „Sie haben hervorragende Arbeit geleistet“, attestiert Nerding den Kollegen. Und will von den französischen Nachbarn lernen.

Französische Feuerwehr mit speziellen Fahrzeugen

90 Feuerwehrleute hat Weißenburg, im Brandfall auf deutscher Seite kann Nerding auch die Wehren der umliegenden Gemeinden anfordern. Er war zehn Jahre als Brand- und Katastrophenschützer für den Kreis tätig, ist seit vergangenem Jahr Wehrleiter der Verbandsgemeinde und weiß, was im Notfall zu tun ist. „Wir haben jetzt eine Arbeitsgruppe zusammen mit dem Landkreis Germersheim gegründet, die sich ausschließlich mit dem Thema Waldbrandbekämpfung befasst“, informiert Nerding im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Die Franzosen hätten ein landesweit einheitliches Konzept bei Waldbränden. Was daran liege, dass unter Umständen auch die Weißenburger zu einem Waldbrand ganz in den Süden des Landes fahren und sich mit ihnen fremdem Kollegen schnell koordinieren müssten. Mit einer in den Augen des Fachmanns „hervorragenden Ausstattung“ an Fahrzeugen, Material und taktischem Vorgehen. „Unsere Fahrzeuge sind zu groß und zu schwer für Waldbrände, die Franzosen sind exzellent ausgestattet, wir brauchen leichte, geländegängige und multifunktionale Fahrzeuge“, findet Nerding.

Ausbildung der Brandschützer das A und O

Die Franzosen würden CCF-Fahrzeuge einsetzen, die Camion cisterne de forêt. Gemeint sind Fahrzeuge für den Wald, umgeben von einem Metallkäfig. In Gefahrensituationen für die Insassen könnten diese ringsum Wasser sprühen, damit diese nicht gefährdet werden. „Wir müssen so ein Fahrzeug beschaffen, weil wir uns auf solche Situationen einstellen müssen“, ist für Wehrleiter Dirk Nerding klar. Deutschland stelle sich gerade auf die Herstellung solcher Fahrzeuge ein. Ausbildung der Feuerwehrleute für diese speziellen Einsätze bei Waldbränden ist für ihn natürlich das A und O und der Grund für die Arbeitsgruppe, in der natürlich auch Franzosen vertreten sind. „Der Wille zur Zusammenarbeit bei den Kollegen ist groß und wir profitieren von ihrer Kompetenz. Wir können viel von ihnen lernen“, so Nerding.

Erstes Ziel ist jetzt ein grenzüberschreitendes Konzept für die Waldbrandbekämpfung. „Ganz wichtig ist die Prävention. Das heißt das Verhalten der Bürger im Wald, damit solche Waldbrände, die Verheerendes anrichten können, erst gar nicht entstehen“, mahnt der Wehrleiter.

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