Essingen RHEINPFALZ Plus Artikel Baumarktriese baut weiteres Logistikzentrum

Derzeit tragen Bagger Boden auf dem Gelände des künftigen Logistikzentrums ab.
Derzeit tragen Bagger Boden auf dem Gelände des künftigen Logistikzentrums ab.

Die Bagger rollen: Ganz in der Nähe des Dreihof-Kreisels in Essingen errichtet Hornbach eine weitere Hallenanlage, um seinen Warenverkehr neu zu ordnen. Zusätzliche Arbeitsplätze kommen. Das Projekt ist allerdings nicht unumstritten.

In direkter Nachbarschaft des 1999 in Betrieb genommenen Logistikzentrums im Industriegebiet Essingen haben die Bauarbeiten begonnen: Der Bornheimer Baumarktriese Hornbach investiert eigenen Angaben zufolge rund 25 Millionen Euro in den Neubau eines weiteren Logistikzentrums für Lang- und Sperrgut auf einem rund 60.000 Quadratmeter großen Grundstück nahe des Dreihof-Kreisels. Die Fertigstellung der Hallenanlage ist für 2023 geplant. Bis dahin sollen zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden, wie Hornbach auf Nachfrage der RHEINPFALZ mitteilt.

Bevor allerdings mit den eigentlichen Bauarbeiten in Essingen begonnen werden kann, müssen noch 4500 Kubikmeter Boden abgetragen werden. Die Erde wird auf einem benachbarten Areal zwischengelagert und nach Fertigstellung des Gebäudes auf den Freiflächen eingesetzt. Die ersten Ladungen Oberboden werden in diesen Tagen mit Sattelzügen transportiert.

Halle mehr als 20 000 Quadratmeter groß

In Essingen war am 3. Mai 1999 der Startschuss für das erste Hornbach-Logistikzentrum gefallen, wo auch heute noch Waren der Hersteller angeliefert, umgeschlagen und an rund 50 Bau- und Gartenmärkte von Hornbach in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz ausgeliefert werden. Im Verbund mit weiteren Standorten fungiert Essingen darüber hinaus als Regionallager des Konzerns. Zusätzlich werden seit 2020 von hier aus Waren direkt an Endkunden verschickt. Nachdem das Volumen der Onlinebestellungen mit Beginn der Corona-Krise sprunghaft angestiegen war, hatte das Unternehmen einen Teil des Standortes zu einem Direktversandzentrum umgebaut. Dessen Betrieb sei dauerhaft eingeplant, heißt es.

Anders als an den beiden weiteren eigenständigen Logistikstandorten in Lehrte und Vilshofen gab es in Essingen bislang keinen Platz für schwere und sperrige Waren. Was nicht auf der Euro-Palette Platz findet, wird an einem externen Logistikstandort in Lorsch bearbeitet. Da dort die Voraussetzungen für einen dauerhaften Betrieb fehlen, so Hornbach, erweitert das Unternehmen nun seine Kapazitäten in Essingen. Im neuen Logistikzentrum wird aber nicht nur Lang- und Sperrgut bearbeitet, auch Importartikel sollen in einem Teilbereich der gut 21.000 Quadratmeter großen Hallen gelagert werden.

50 zusätzliche Mitarbeiter in der Südpfalz

Am Standort Lorsch sind laut Hornbach neben externen Dienstleistern aktuell auch 30 Hornbach-Mitarbeiter tätig. Viele davon werden demnach nach Essingen wechseln, sobald das neue Logistikzentrum den Betrieb aufnimmt. Zusätzlich möchte das Unternehmen bis zu 50 weitere Mitarbeiter einstellen. Die rund 130 Mitarbeiter im bestehenden Essinger Logistikzentrum sollen nur in Ausnahmefällen am neuen Standort für Lang- und Sperrgut eingesetzt werden.

Das neue Logistikzentrum ist allerdings nicht unumstritten. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Südpfalz hatte das Vorhaben kritisiert. Erneut würden wertvolle Flächen entlang der Queichwiesen versiegelt, so die Naturschützer. Außerdem werde das Logistikzentrum für zusätzlichen Lastwagenverkehr sorgen.

Naturschützer üben Kritik

Nach Vorschlägen eines Gutachters hat Hornbach eigenen Angaben zufolge eine Reihe von Schritten für einen besseren Naturschutz geplant, die im Zuge der Bauarbeiten gegangen werden sollen. Nördlich der künftigen Hallen soll etwa eine Grünfläche mit Entwässerungsrigolen, Bäumen und Pflanzen entstehen. Zur Bewässerung der Grünfläche rund um das Gebäude soll Regenwasser genutzt werden, das in Zisternen gesammelt wird. Die gesamte Außenbeleuchtung wird insekten- und vogelgerecht ausgeführt, wie das Unternehmen verspricht.

Gut die Hälfte des Hallendachs soll begrünt, ein weiteres Dachviertel mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden, heißt es vonseiten des Unternehmens, das 1877 in Landau gegründet worden war und nach wie vor von der Familie Hornbach geführt wird. Die Firma betreibt 161 Bau- und Gartenmärkte sowie zwei Fachmärkte in neun Ländern Europas und nutzt sieben Logistikstandorte für deren Belieferung.

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