Kreis Südliche Weinstraße Barrierefrei ins kühle Nass
„Barrierefreihet und Familienfreundlichkeit“ hätten bei der Neukonzeption des Bades im Vordergrund gestanden, sagte der Maikammerer Verbandsbürgermeister Karl Schäfer gestern Abend bei der offiziellen Eröffnung vor mehreren hundert zusätzlichen Besuchern. Die waren in langer Hose und Hemd oder Kleid leicht als Nicht-Badegäste zu erkennen. Anlass für die Sanierung war allerdings die notwendige Erneuerung der Technik, 44 Jahre nach der ersten Eröffnung des Bades im Jahr 1972. Schäfer erinnerte daran, dass auch in Sachen Finanzierung neue Wege gegangen worden seien. Die von der VR-Bank Südpfalz aufgelegte „Anlage Kalmitbad“ sei innerhalb kurzer Zeit mit einem Volumen von rund 537.000 Euro gezeichnet worden: „Zum ersten Mals hatten Bürger die Möglichkeit, direkt eine öffentliche Einrichtung zu unterstützen.“ Und rund 80.0000 Besucher pro Jahr seien ein deutliches Zeichen für die große Beliebtheit des Bades. Die Diskussion um die 50-Meter-Bahnen prägte laut Schäfer weiter die Planung. Der parteiübergreifende Beschluss des Ortsgemeinderats Maikammer, Mehrkosten für 50-Meter-Bahnen zu übernehmen, und die Unterstützung vieler Freunde des Kalmitbades seien die Voraussetzung dafür gewesen, beim Land noch einmal vorstellig zu werden. Dieses wollte ursprünglich nur 25-Meter-Bahnen fördern. Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Schwarz habe den zuständigen Minister nochmals zum Nachdenken bewegt, bei einem Gespräch mit der Abgeordneten Christine Schneider sei dies bestätigt worden. Das Ergebnis ist ein Kombibecken mit je drei 50-Meter- und 25-Meter-Bahnen und einem angedockten Sprungbecken. Die geplante Kletterwand soll in dieser Woche installiert werden. Deshalb ist am Mittwoch und Donnerstag kein Badebetrieb im Kombibecken möglich. Was sich gegenüber früher noch geändert hat: Für das ehemalige Kleinkinderbecken wurde ein Eltern-Kind-Planschbecken gebaut mit Schiffchenkanal, einem Elefanten als Kleinkinderrutsche und einem Sonnensegel. Ein Wasserspielplatz ergänzt das Ensemble. Am neuen 460 Quadratmeter großen Erlebnisbecken befindet sich eine drei Meter breite und 13,5 Meter lange Wasserrutsche, auf der mehrere Badbesucher gleichzeitig ins Wasser gleiten können. Sprudelliegen, Massagedüsen und ein Wasserpilz erhöhen den Spaß. Kombi- und Erlebnisbecken sind in Edelstahl gehalten und nicht mehr gefliest. Errichtet wurde auch ein neues Technikgebäude mit den beiden neuen Filteranlagen. Geöffnet ist das Bad seit dem 7. Juni. Die geplanten Kosten von 5,3 Millionen Euro können nach Auskunft von Schäfer und Werkleiter Andreas Reuter vermutlich unterschritten werden. Hans-Jürgen Seimetz, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion, erinnerte an den bewilligten Landeszuschuss von 800.000 Euro. Die Pfarrer Hermann Josef Macziol und Jochen Keinath baten um Gottes Segen für „dieses Schwimmbad, das durch das Bemühen vieler errichtet wurde“.