Kreis Südliche Weinstraße Bankenfusion: 1,2 Milliarden Euro Bilanzsumme
„Wir haben die Kollegen von der VR-Bank Südpfalz vorgestern informiert“, sagte gestern Vorstandsvorsitzender Marco Kern (Bad Bergzabern) gestern im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Informiert über eine Fusion, die die bisher „kleine“ VR-Bank Südliche Weinstraße mit Hauptsitz in Bad Bergzabern auf Augenhöhe mit der VR-Bank Südpfalz (Landau) bringt: Die Raiffeisenbank Herxheim bringen rund 200 Millionen und die RV-Bank Dahn etwa 326 Millionen Euro Bilanzsumme als „Mitgift“ mit. Apropos Augenhöhe: Das sehen auch die Vorstände der drei fusionswilligen Geldhäuser für jedes der einzelnen Institute unter sich ebenso. Seit vielen Jahren gebe es ein enges Verhältnis zwischen Bad Bergzabern, Dahn und Herxheim. So würden unter anderem die Fortbildungen der Mitarbeiter seit Langem gemeinsam absolviert, wie der Vorstandsvorsitzende Kern berichtet. Die Absicht, mit Herxheim und Dahn zu verschmelzen, habe auch eine Vorgeschichte: 1999/2000 habe die Fusion zwischen den Raiffeisenbanken Herxheim und Billigheim-Ingenheim nicht geklappt, Billigheim schlüpfte unter das Dach der Kurstadt-Bank, die schon damals ins südwestpfälzische Dahn blickte. Seither bestehe enger Kontakt, so Kern, der die eigene Stärke der nun drei fusionierenden Geldhäuser betont: „Wir sind drei kleine Banken, die noch gesund sind, wir fusionieren aus einer Position der Stärke heraus.“ Denn: der Druck wächst auf die Geldinstitute. Die Vorgaben, die die Europäische Union am Vorbereiten und zum Teil schon am Umsetzen sei, könnten recht kleine Häuser personell kaum mehr stemmen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Herxheimer Raiffeisenbank, Michael Bernzott, verdeutlichte das gestern im Gespräch an nur einem Beispiel, was auf Bank und Kunde in Zukunft zukommt: „Wenn Sie einen Kredit über beispielsweise 10.000 Euro haben wollen, um Ihr Häuschen zu renovieren, muss der Bankberater 78 Seiten Vertragsbeiwerk mit Ihnen durchgehen.“ Zu dem „bürokratischen Monster Brüssel“, so Bernzott, komme noch die gegenwärtige Niedrigzinslage, bei der kein Ende in Sicht sei – die Gewinnmargen seien minimal. Der Kostendruck dagegen steige weiter. In drei oder vier Jahren sie man voraussichtlich dann gezwungen, rasch zu fusionieren, weil der Druck immer größer werde. Also besser jetzt, so lange die Häuser gut dastünden. Dass jede der drei Genossenschaftsbanken gesund sei, belegt Kern mit den Werten bei den Eigenkapitalquoten. Demnach verfüge die VR-Bank SÜW über 20,4, die RV-Bank Dahn über 23,4 und die Raiffeisenbank Herxheim über 15,5 Prozent Eigenkapital. Bei der Verschmelzung handele es sich um ein nachhaltiges, effizientes Geschäftsmodell mit Zukunft, meint auch Bernd Lehmann, Vorstandssprecher aus Dahn. Dem pflichtet Theofried Schmidbauer aus Herxheim bei.