Kreis Südliche Weinstraße RHEINPFALZ Plus Artikel Bad Bergzabern: Tobias Haack ist der neue Jugendreferent des protestantischen Dekanats

Seit seinem fünften Lebensjahr spielt der Jugendreferent Schlagzeug.
Seit seinem fünften Lebensjahr spielt der Jugendreferent Schlagzeug. Foto: van

Ehrenamtliche in ihrer Arbeit unterstützen, Jugendfreizeiten organisieren, Angebote für Jugendliche schaffen und „einfach mal Danke sagen“ – für seine Aufgaben kann Tobias Haack auf jahrelange Erfahrung bei der Christlichen Vereinigung Junger Menschen (CVJM) zurückgreifen. Auch an Ideen mangelt es nicht.

„Ich bin im CVJM aufgewachsen: Erst als Teilnehmer in der Jungschar, später dann als Mitarbeiter, auch im überregionalen CVJM Westbund. Die Zeit hat mir sehr viel gegeben. Nun möchte ich auch etwas zurückgeben“, sagt Tobias Haack. Anfang September trat er seine erste hauptamtliche Stelle an. Der 25-Jährige ist jetzt Jugendreferent beim Protestantischen Dekanat Bad Bergzabern. Aufgewachsen im Bergischen Land, im kleinen Ort Tente, studierte er nach dem Abitur soziale Arbeit und Religions- und Gemeindepädagogik an der CVJM-Hochschule in Kassel. Währenddessen absolvierte er die Ausbildung zum Wildnis- und Erlebnispädagogen und arbeitete als Pädagoge neben dem Studium.

„Sie können mir die schlimmsten Sachen erzählen“

„Das hat mir immer am meisten gefallen: Wenn Jugendliche und Kinder sichtbare Entwicklungen machen“, erzählt Haack, „manchmal haben sich zum Beispiel Schulklassen bei Erlebnispädagogik-Freizeiten am ersten Tag total zerfetzt. Nach einer Woche konnte man sich nicht vorstellen, dass die sich gegenseitig was tun könnten.“ Solche Entwicklungen zu begleiten, Ratgeber sein und den Kindern zur Seite stehen: Das motiviere den frisch gebackenen Jugendreferenten für seine Arbeit. Er habe die Erfahrung gemacht, dass es Kindern gut tut, mit jemandem reden zu können, dem sie vertrauen – auch außerhalb von Familie oder Schule: „Manche Kinder habe ich bei Freizeiten nur eine Woche lang gesehen. Die konnten mir die schlimmsten Sachen erzählen: Wenn sie nicht wollten, mussten sie mich danach ja nie wieder sehen.“

Haacks Stelle als Jugendreferent ist beim Protestantischen Dekanat angesiedelt, steht aber auch unter dem Dach des CVJM: „Ich glaube, das birgt viele Vorteile, da ich von beiden Seiten Unterstützung für Projekte bekommen kann“, freut sich Haack. Der CVJM sei außerdem sein Hauptkooperationspartner, „ich kenne die Bedürfnisse und kann sehr gut zwischen den verschiedenen Organisationen vermitteln“. Seine Aufgaben sehe er vor allem in der Begleitung von Ehrenamtlichen. Er sei Ansprechpartner für sie und möchte Schulungen und andere Aktionen organisieren, um den Ehrenamtlichen „auch mal Danke zu sagen“. Im Bereich der Jugendarbeit werde er Freizeiten organisieren und für Jugendgottesdienste verantwortlich sein. „Mir ist es wichtig, erst zu sehen, was die Leute brauchen und die Angebote dann daran anzupassen. So kann ich den Menschen helfen, ihr ganzes Potenzial auszuschöpfen“, sagt Haack. Auch die Angebote für Jugendliche will Haack an deren Bedürfnisse anpassen. Dafür plane er beispielsweise Umfragen in Schulen, um herauszufinden, was die Jugendlichen bisher in ihrer Freizeit machen und was ihnen fehlt.

Klettern in der Unionskirche in Kaiserslautern

Während seines Praxissemesters arbeitete Haack zunächst ein halbes Jahr in den USA, in Minnesota, als Jungendarbeiter in einer Gemeinde. Seine Erfahrungen aus dieser Zeit möchte er ebenfalls in die neue Stelle einbringen: „Die Arbeit dort läuft ganz anders ab als hier. Dort fokussieren sich die Jugendarbeiter vor allem auf Sportangebote, während es hier eher um andere Freizeitangebote geht.“ Um ein staatlich anerkannter Sozialarbeiter zu werden, musste Haack nach seiner Zeit in den USA auch in Deutschland in einer Gemeinde arbeiten. Also übernahm er im Landesjugendpfarramt in Kaiserslautern die Projektleitung für eine Kletterkirche zum 200-jährigen Jubiläum der Unionskirche. Dafür wurde ein Würfel aus Stahlträgern in die Kirche gebaut, an dem mithilfe von Hochseilen geklettert werden konnte. Die Mitarbeiter wurden dafür geschult, teilweise waren auch Helfer aus dem Deutschen Alpenverein dabei. „Ich hatte sehr viel Verantwortung, da mir weitgehend freie Hand gelassen wurde. Und das Projekt war ein großer Erfolg“, erzählt er stolz. Unter anderem deshalb wurde ihm im Winter bereits die Stelle als Jugendreferent angeboten. Er freue sich nun vor allem auf die Ideen von Jugendlichen und Ehrenamtlichen, die er gemeinsam mit ihnen umsetzen möchte: Wer Anregungen habe, könne ihn unter tobias.haack@evkirchepfalz.de erreichen.

Termin

Sonntag, 22. September, 18 Uhr, in der Prot. Kirche Ingenheim: Jugendgottesdienst mit Vorstellung und Empfang

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