Kreis Südliche Weinstraße
Bad Bergzabern: Station für Kurzzeitpflege in Edith-Stein-Klinik eingeweiht

Sie kommen aus dem Krankenhaus, müssen noch auf ihre Reha warten – oder kommen aus der Reha und die häusliche Pflege ist noch nicht sichergestellt? Für diese und andere Fälle hat die Edith-Stein-Klinik in Bad Bergzabern nun ein Angebot: eine neue Station für die Kurzzeitpflege.
Seit August vergangenen Jahres ist die Station für Kurzzeitpflege mit 31 Zimmern in Betrieb, die am Mittwoch offiziell eingeweiht wurde. 750.000 Euro hat der Träger, die CTT-Reha Fachkliniken, ein Unternehmen der Hildegard-Stiftung in Trier, investiert, um die Station im zweiten Obergeschoss der Edith-Stein-Klinik in Bad Bergzabern vollständig zu renovieren. 1100 Quadratmeter bei laufendem Betrieb, wie Architekt Pascal Carrère aus Saarbrücken der RHEINPFALZ mitteilt. Gedacht ist das Angebot für Patienten, die aus unterschiedlichsten Gründen Bedarf an Kurzzeitpflege haben. Der Fachbegriff dafür ist rehabilitationsorientierte Übergangspflege.
Sieben Einzelzimmer und zwölf Doppelzimmer hat die neue Kurzzeitpflegestation, alle ausgestattet mit einem barrierefreien Bad, Fernsehen und Telefon. Aufgenommen werden normalerweise Patienten, die älter als 60 Jahre sind. „In begründeten Ausnahmefällen können es auch jüngere Patienten sein“, sagt Heiko Nebert, kaufmännischer Direktor der Fachklinik. Die Aufenthaltsdauer betrage zwischen einem Tag und maximal sechs Wochen.
Wer kann neues Angebot beanspruchen?
Die Leistungen beanspruchen können Patienten aus unterschiedlichen Gründen. Ein Patient kann nach einer Operation, zum Beispiel an der Hüfte, die Reha nicht gleich antreten, und eine häusliche Pflege ist nicht gesichert. Dann kann er in der Kurzzeitpflege professionell betreut werden. Oder ein Patient wird zu Hause gepflegt, und der Pflegende selbst wird krank oder braucht eine Auszeit. „Nicht aufnehmen können wir Patienten, die eine Dauerbeobachtung brauchen, die zum Beispiel an einer schweren Demenz mit Lauftendenz leiden, das heißt, die Patienten haben den Drang wegzulaufen“, informiert Nebert.
„Es waren 20 Zimmer des orthopädischen Bereichs, die wir umgenutzt haben“, sagt Nebert. Mit 240 Betten und 260 Mitarbeitern ist sie die größte Einrichtung für Rehabilitation im Umkreis von rund 100 Kilometern. Der Umbau war die größte Baumaßnahme seit der Eröffnung 1996. „Wir mussten aus finanziellen Gründen die Orthopädie abbauen, sie war nicht mehr kostendeckend“, sagt Nebert. In der Orthopädie stehen jetzt trotzdem noch 60 Betten zur Verfügung. „Das Gesamtpaket von Orthopädie, Neurologie, Geriatrie, Übergangspflege und therapeutischer Ambulanz macht unsere Wirtschaftlichkeit aus“, so Nebert.
Schwierige Suche nach Pflegekräften
„Wir werden noch in diesem Jahr ein Konzept für die Stärkung der Kurzzeitpflege vorlegen, da gibt es im Kern auch Einigkeit im Bundestag“, verspricht der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit und Mitglied des Bundestages, Thomas Gebhart (CDU). Derzeit gebe es 148 Einrichtungen mit 8600 Plätzen für die Kurzpflege in Deutschland. „Die größte Schwierigkeit besteht darin, Pflegekräfte zu finden. Das Allerwichtigste ist es, deren Arbeitsbedingungen zu verbessern“, sagt Gebhart.
„Wir haben eine eigenständige Pflegeeinrichtung eröffnet“, sagt Hartmut Weis, der Pflegedirektor der Klinik. Die ersten Patienten seien bereits eingezogen. Auch er kommt auf das Thema Beschaffung von Pflegekräften zu sprechen. Ab Mai würden in der Edith-Stein-Klinik drei thailändische Pflegekräfte arbeiten.
Info
Fragen rund um die neue Station beantwortet Nadine Germann, Telefon 06343 949217. Wochentags erreichbar ist sie von 8 bis 16 Uhr.