Kreis Südliche Weinstraße
Bad Bergzabern: Bäckerei Jordan setzt auf traditionelles Handwerk
«BAD BERGZABERN.» „Ein kleines Schiff lässt sich besser manövrieren als ein Ozeandampfer“, sagt Bäckermeister Klaus Jordan. Der 57-Jährige betreibt in Bad Bergzabern eine Bäckerei. Er glaubt an die Chancen des traditionelle Bäckerhandwerks – trotz ernüchternder Zahlen der letzten Jahre. Und baut auf seinen Sohn Christian.
„Man muss als kleiner Bäckereibetrieb Nischen suchen“, sagt Klaus Jordan, vor allem Qualität und Regionalität seien vielversprechende Erfolgsrezepte. Der Bäckermeister führt eine Bäckerei in Bad Bergzabern, sein Sohn Christian, 30, möchte den Laden irgendwann übernehmen. Es wäre die sechste Generation, welche die Bäckerei führt. Christian Jordan hat im elterlichen Betrieb das Bäckerhandwerk gelernt und an der Bäckerfachschule in Olpe vor sechs Jahren seinen Meister gemacht. Er hat auf Landes- und Bundesebene beachtliche Erfolge erreicht. Bäcker sei ein anspruchsvoller Job, den man wollen müsse, betont der Juniorchef. Emil und Frieda Gander gründeten die Bäckerei um 1900. Der Name Jordan taucht in der Familien erstmals 1960 auf, als Bäckermeister Theo Jordan durch Heirat Mitglied der Familie wurde. 1966 wurde der Sitz der Firma von Pleisweiler-Oberhofen nach Bad Bergzabern verlegt. 1999 übernahmen Klaus und Brigitte Jordan von den Eltern die Bäckerei. Klaus Jordan, ein passionierter Hobbyfotograf, erzählt, dass ihre Bäckerei seit bald 25 Jahren auf Zusatzstoffe und Fertigmischungen verzichte. Die Brote enthielten ausschließlich Gerstenmehl, Sauerteig und Wasser. Aber es geht den Jordans um mehr. Eine der wichtigsten Zutaten für Brot sei Zeit, sagt Jordan und fügt hinzu: „Die Basis unserer Backwaren sind beste Rohstoffe und Zutaten sowie konsequenter Verzicht auf Zusatzstoffe und Emulgatoren. Kunden nähmen inzwischen weite Anfahrten in Kauf, um Backwaren ohne Zusatzstoffe zu kaufen. Vor allem Spezialbrote aus Dinkel lägen im Trend, sagt Klaus Jordan. Zu den Broten, die täglich hergestellt werden, zählen etwa das „Pariser Brot“, „Bad Bergzaberner Landgut“, „Pfälzer Bauernbrot“ oder die „Kürbiskernkruste“. Daneben bietet die Bäckerei an verschiedenen Tagen spezielle Brotsorten an. So liegen an Montagen etwa „Dinkelvollkorn“ oder „Vollkornschrotbrot“ in der Auslage. Dienstags und donnerstags sind ein „Amaranthbrot“, ein Roggenmischbrot mit gepufftem Amaranth oder „Emil’s Urstück“ zu haben. Dienstags, donnerstags und samstags gibt es „Kurstadtbrot“. Mittwochs und samstags erwartet den Kunden „Gassenhauer/Chiabrot“, ein Mischbrot mit Chiasamen. Das ist allerdings noch nicht alles. Auch der Umsatz mit Snacks wie belegten Brötchen, Mini-Pizzen und Flammkuchen steige, sagt Klaus Jordan. Als Kurort bedient die Bäckerei, die auch über ein Café verfügt, vor allem älteres Publikum. Dauergäste sind aber auch Schüler des nahen Schulzentrums. Für die Stammkundschaft bietet die Bäckerei einen Lieferdienst. Mit einem Fahrzeug fahren die Jordans zwei Tage in der Woche festgelegte Touren ab. Christian Jordan sagt: „Wer mit Leib und Seele Bäcker ist, der ist kreativ, will engagiert arbeiten und etwas leisten.“ Nach der Philosophie von Klaus und Christian Jordan ist – wie erwähnt - eines der wichtigsten Zutaten für ein Brot die Zeit. Diese Zutat sei durch keine andere ersetzbar. Ohne Kompromisse und mit voller Überzeugung wollen Klaus und Juniorchef Christian diesen Weg auch weiterhin beschreiten. „Brot braucht Zeit. Wir nehmen sie uns“ lautet Devise von Vater und Sohn im Gespräch mit der RHEINPFALZ.