Annweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgeraktion: Welche neuen Laternen bekommt Annweiler?

Die Schmuckleuchten am Rathausplatz bleiben erhalten. Nur die Leuchtmittel werden ausgetauscht.
Die Schmuckleuchten am Rathausplatz bleiben erhalten. Nur die Leuchtmittel werden ausgetauscht.

In Annweiler werden die Straßenleuchten auf LED-Technik umgestellt. Aber Laterne ist nicht gleich Laterne. Und Leuchtfarbe nicht gleich Leuchtfarbe. Die Entscheidung will der Stadtrat nicht alleine fällen, sondern den Bürgern überlassen. Dafür gilt es, jetzt mit offenen Augen durch die Gassen zu laufen. Die Stadt hat sich nämlich was einfallen lassen.

Ohne viel Aufhebens und einstimmig hat der Stadtrat am Mittwoch seinen Haushalt für das laufende Jahr verabschiedet. An Investitionen ist ja eh nur eingeplant, was unbedingt notwendig ist. Dazu gehört auch die Umstellung der Straßenleuchten auf LED-Technik, was mit Gesamtkosten von rund einer Million Euro ein ganz schöner Brocken ist. Aber bisher wird ein Großteil der Laternen mit Quecksilberdampf beleuchtet, wofür mittlerweile ein europaweites Verbot gilt. Nur Restbestände sind noch zulässig.

Die LED-Leuchten haben einen wesentlich geringeren Strombedarf und locken Insekten weniger an. Die Trifelsstadt könnte ihre Stromkosten von bisher 107.000 Euro jährlich auf 32.000 Euro reduzieren. Es gibt 1600 Straßenlampen in Annweiler und den vier Stadtteilen. 400 sind bereits umgestellt. Das Projekt soll über wiederkehrende Beiträge und einen Eigenanteil der Stadt von rund 270.000 Euro bezahlt werden. Der Eigenanteil kann durch Bund und Land mit bis zu 40 Prozent gefördert werden. Die Fördermittel seien gerade beantragt worden, berichtet Stadtbürgermeister Benjamin Seyfried. Das Verfahren werde etwa fünf Monate dauern. Solange habe die Stadt Zeit, sich zu überlegen, welche Lampen und Leuchtmittel es werden sollen. Beziehungsweise: Die Bürger können sich entscheiden, was ihnen am besten gefällt und was zu Annweiler passt.

Bürger-Workshop Mitte Juni

Wer mit wachem Blick durch die Stadt läuft, hat sie vielleicht schon entdeckt. Am Schipkapass oder am Rathaus hängen sie beispielsweise, die verschiedenen Musterleuchten, die zur Auswahl stehen. Auf der Homepage der Stadt unter Bürgerservice und Downloads gibt’s den Lageplan für die Innenstadt und das Bindersbacher Tal. Sie sollen die 40 Weinglas-Dekolaternen ersetzen, die in der Altstadt hängen. Denn die alten Modelle seien schon zu kaputt, berichtet Seyfried. Die neuen Modelle liegen preislich bei rund 550 Euro. Man könnte auch Nachbauten machen lassen und käme dann auf 620 Euro pro Stück. Die rund 15 historischen Schmucklaternen aus Schmiedeeisen rund um den Rathausplatz bleiben erhalten, bei ihnen wird lediglich das Leuchtmittel erneuert. Aber auch hier gibt es Wahlmöglichkeiten: „Von Sonneninferno bis gemütliche Candle-Light-Dinner-Stimmung ist alles dabei“, beschreibt Seyfried das Helligkeits- und Farbtonspektrum.

Ansonsten geht es weitestgehend um den Austausch technischer Leuchten, die schon für 300 Euro pro Stück zu haben sind. Mit der Umstellung auf LED-Technik will die Stadt auch der Masse an Leuchtsystemen etwas Einhalt gebieten. „Wir kommen von 32 unterschiedlichen Systemen zumindest auf 21 runter“, berichtet Seyfried.

Termin

Für den 16. Juni, 18.30 Uhr, ist ein Online-Workshop angesetzt, bei dem Stadtvertreter und das Planungsbüro gemeinsam mit den Bürgern beraten wollen, welche Leuchten Einzug in die Stadt halten sollen.

An verschiedenen Stellen in der Altstadt (gelbe Punkte) hängen die Musterlampen.
An verschiedenen Stellen in der Altstadt (gelbe Punkte) hängen die Musterlampen.
Die historischen Leuchten in der Innenstadt sollen durch neue Dekoleuchten ersetzt werden.
Die historischen Leuchten in der Innenstadt sollen durch neue Dekoleuchten ersetzt werden.
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