Bad Bergzabern
Bürger kämpfen für Erhalt des Teichs im Kurpark
Viele Bürger waren zunächst überrascht und dann erbost, als sie in der vergangenen Woche den abgelassenen Teich vor der Terrasse am Haus des Gastes bemerkten. Ein Biotop werde zerstört, es sei das Herzstück des Kurparks gewesen und habe viele Menschen angezogen, waren die Meinungen. Zudem seien gerade in Zeiten von Corona Naherholungsmöglichkeiten wichtig geworden. Sie wollten sich nicht damit abfinden, dass der Teich zugeschüttet werden soll.
„Es bleibt beim Beschluss“
Der Bagger war vergangene Woche schon am Teich angerollt. Das Material für die Auffüllung sollte am darauffolgenden Tag angeliefert werden. Bis Dienstag ist aber noch nichts passiert.
Rolf Enke, Beigeordneter und Baudezernent der Stadt, sagt: „Ich habe mit Bürgern vor Ort gesprochen, die gegen die Stilllegung des Teichs sind.“ Es sei ein konstruktives Gespräch gewesen, er habe die Stadtratsbeschlüsse erklärt, die zu dieser Maßnahme geführt hätten. Der Bach, der den Teich bisher gespeist habe, werde im Rahmen der Gesamtplanung der Offenlegung des Erlenbachs im Kurpark umgeleitet, um einen Matschbereich auf dem dann neuen Spielplatz ungefähr in der Mitte des Kurparks zu gestalten. „Wir können die Planung jetzt nicht umschmeißen, es bleibt bei dem Beschluss“, sagt Enke. Warum der Teich noch nicht verfüllt ist, liege an den Fischen, die sich in den verbliebenen Wasserlöchern befinden. Sie sollen fachgerecht umgesiedelt werden.
Wo die Unterschriftenlisten ausliegen
Indessen sammeln Bürger, die für den Erhalt des Teiches sind, Unterschriften. „Es gibt bereits rund 200 Unterschriften, ich habe Listen bis zum Samstag ausgelegt“, informiert Künstlerin Petra Weiner-Jansen, deren Skulptur „Grenzgänger“ in der Nähe des Teiches steht.
„Wenn Sie für das Überleben dieses Teiches sind, demonstrieren Sie das mit ihrer Unterschrift, ansonsten rollt der Bagger“, steht auf der Unterschriftenliste. Sie liegt bei den Friseuren Becker, im Stoff- und Wollgeschäft Julaine und beim Friseur Jordan aus. „Die Künstlerin Susanne Wadle aus Landau hat nicht nur unterschrieben, sondern auch eine wasserfeste Skulptur versprochen, wenn der Teich überlebt“, berichtet Weiner-Jansen.