Edenkoben Aus Liebe zur Pfalz: Villa Ludwigshöhe

Sommersitz für einen bayerischen König: die Villa Ludwigshöhe. Eine Aufnahme aus dem Jahr 2019, bevor das Gebäude wegen der aktu
Sommersitz für einen bayerischen König: die Villa Ludwigshöhe. Eine Aufnahme aus dem Jahr 2019, bevor das Gebäude wegen der aktuell noch laufenden Sanierungsarbeiten eingerüstet wurde.

König Ludwig I. hat die Pfalz geliebt. Damit er dort auch eine Bleibe hatte, baute er einen Sommersitz: die Villa Ludwigshöhe in Edenkoben.

An dieser Stelle finden Sie unseren aktuellen Podcast via Podigee.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Als Herzog Franz von Bayern mit seinen Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg das erste Mal die Pfalz besucht hatte, war er auch in der Villa Ludwigshöhe. Immerhin hatte die sein Vorfahre Ludwig I. als seinen Pfälzischen Sitz errichten lassen. Die Szene erwähnt der Herzog auch in seinen Memoiren: „Das Schloss liegt sehr schön auf einer Anhöhe direkt. Neben Edenkoben, wo an sich ein ausgezeichneter Wein wächst.“ Der königlichen Familie hatte man damals aber offenbar nicht die besten Lagenweine kredenzt – zumindest schreibt Herzog Franz, sein Vater habe das Gesicht verzogen, „weil der Wein so überaus gesund schmeckte“.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via YouTube.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Im RHEINPFALZ-Podcast „Die Kathedrale der Kaiser – Macht und Mythos im Speyerer Dom“ spricht Herzog Franz unter anderem über diese Begegnung: „Ich weiß nur: Ich war mit meinen Eltern dort und das dortige Verwalterehepaar hat uns diesen Wein angeboten und mein Vater hat ihn probiert. Und dann hat ihn die Frau des Verwalters scharf angeschaut und dann gesagt: „‚Uns schmeckt er‘“, berichtet der Herzog.

Herzog Franz von Bayern, Herzog Max Emanuel in Bayern und Timo Benß bei der Podcast-Aufnahme im Schloss Nymphenburg.
Herzog Franz von Bayern, Herzog Max Emanuel in Bayern und Timo Benß bei der Podcast-Aufnahme im Schloss Nymphenburg.

Bis 1975 war die Villa Ludwigshöhe noch im Besitz des Wittelsbacher Ausgleichsfonds, der nach Ende der Monarchie gegründet wurde, um die Liegenschaften und Kunstschätze des ehemals regierenden Hauses zu verwalten. „Wir haben sie dem Land Rheinland-Pfalz abgegeben, weil dort ein Kulturzentrum entstehen konnte, das aber nur vom dortigen Land betrieben werden konnte. Deswegen haben wir sie abgegeben in aller Freundschaft“, so Herzog Franz im Podcast, „aber es stehen bis heute noch Möbel drin.“ Der Kontakt sei nicht abgerissen – im Gegenteil, erklärt der Herzog. Man stünde in regelmäßigem Austausch. „Es ist für uns immer noch ein sehr lebendiger und beliebter Name.“

Ludwig hat die Pfalz geliebt

Auch Herzog Franz’ jüngerer Bruder, Herzog Max Emanuel in Bayern, sprach im RHEINPFALZ-Podcast über seinen königlichen Vorfahren: „Ludwig I. hat die Pfalz geliebt.“ Er habe das immer wieder in Briefe erwähnt. Das hat mit einem besonderen Umstand in der Geschichte zu tun, so Herzog Max: „Er hat es nie wirklich verwunden, dass die Kurpfalz der Familie verloren gegangen ist. Aber er hat sich eben um die linksrheinische Pfalz, die ja durch den Wiener Kongress bayerisch wurde, ganz besonders bemüht.“ In erster Linie widmete er sich dem Speyerer Dom. Doch später in seiner Regentschaft wollte er auch eine Bleibe haben in der Pfalz – und baute die Villa Ludwigshöhe. „Er hat viel Zeit darin verbracht und war, ich glaube, eigentlich mit Leib und Seele ein Pfälzer“, so sein Nachfahre Herzog Max.

Die „ganze“ Kurpfalz – also den links- und rechtsrheinischen Teil in einem Staatsgebiet – hat Ludwig nie richtig erlebt. Er gehörte der Zweibrücker Linie an, als er 1786 das Licht der Welt erblickte. Ein Königreich Bayern gab es da noch nicht. In München regierte zu dieser Zeit sein Verwandter Kurfürst Carl Theodor, der erst pfälzischer Herrscher war und dann im Jahr 1777 Bayern erbte.

Ein Teil fehlte immer

Nach der französischen Revolution marschierten französische Truppen in die Pfalz ein und die linksrheinische Pfalz wurde französisch. Ludwigs Familie floh deshalb nach Mannheim und könnte die linksrheinische Pfalz nur über den Rhein betrachten.

Als Carl Theodor ohne Nachfahren starb, wurde Ludwigs Vater, Max Joseph, Kurfürst von Pfalz-Bayern und nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches wurde erst die rechtsrheinische Kurpfalz Baden zugeschlagen und dann das Königreich Bayern gegründet – mit der linksrheinischen, heutigen, Pfalz. Ab da konnte Ludwig Mannheim nur noch über den Rhein betrachten. Umso größer wurde seine Sehnsucht.

Es gibt sogar eine Anekdote, die Alexander Schubert, Direktor des Historischen Museums der Pfalz, im Podcast erzählt: „Als er nachts geweckt wird im Jahre 1825 und die Nachricht vom Tod seines Vaters erfährt, da sollen ihm nach eigenem Bekunden zwei Visionen durch den Kopf geschossen sein. Nicht etwa Trauer, sondern die Idee, dass er die Pfalz wiedervereinigen und Bauwerke errichten möchte. Das sagt eigentlich schon alles, welchen hohen Stellenwert diese Region für ihn hatte. Die Pfalz wiedervereinigt, damit meinte er eben links und rechts des Rheins dieses alte Territorium wieder herzustellen Das gelang ihm nie, umso mehr fokussierte er sich dann auf den linksrheinischen Teil.“

Mehr zu Ludwig I. und seine Liebe zur Pfalz können Sie im Podcast „Die Kathedrale der Kaiser“ hören. Sie finden ihn unter rheinpfalz.de/dom oder auf den gängigen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts oder Spotify. Im Podcast gibt es auch alle Gespräche mit den bayerischen Herzögen sowie mit Alexander Schubert und weiteren spannenden Gesprächspartnern zu hören.

Die Kathedrale der Kaiser

Kennen Sie schon unseren Dom-Podcast?

Er ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Pfalz: der Kaiserdom zu Speyer. Timo Benß erzählt in diesem Podcast mit verschiedenen Gesprächspartnern Geschichten rund um den Dom – vom Gang nach Canossa bis zu den Staatsbesuchen Helmut Kohls.

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x