Kreis Südliche Weinstraße „Auftrag in einer völlig fremden Welt“

Den hohen Stellenwert, den die Bundespolizei der seelsorgerischen Betreuung ihrer Angehörigen beimisst, unterstrich Polizeidirektor Hans-Josef Roth, Leiter der Bundespolizeiabteilung Bad Bergzabern, gestern in einer Feierstunde zur Amtseinführung von Pfarrer Henning Lang am Standort in der Kapeller Straße.
Lang, evangelischer Pfarrer in Minfeld/Winden, versieht dort seit dem 1. April im Nebenamt die Aufgaben der Seelsorge. Aus der Hand von Pfarrer Eckhard Zihn von der Direktion der Bundesbereitschaftspolizei in Fuldatal nahm er die Urkunde über seine Ernennung entgegen. Zihn sprach ihm gegenüber die Erwartung aus, dass er in einer Einheit, deren Menschen sich angesichts ihrer oft raschen Einsatzwechsel und der damit verbundenen Belastungen für Familie und Beruf nicht selten als „Treibgut“ empfänden, zum Sinnbild für Konstanz und Kontinuität werde und die wichtige Kunst übe, nicht immer sofort und reflexhaft zu reagieren. Roth hatte zu Beginn darauf hingewiesen, dass schon bald nach der Errichtung des Bundesgrenzschutzes die Notwendigkeit erkannt worden sei, in dieser Organisation auch für seelsorgerische Betreuung zu sorgen. Die wechselhaften Einsätze, die oft die Bundespolizei selbst bis an die Grenzen ihrer eigenen Leistungsfähigkeit forderten, nannte Roth als Ursachen dafür. Er erwähnte Staatsbesuche, aber auch Fußballspiele oder andere Massenereignisse als Beispiele. Einher gehe damit eine deutlich ansteigende Gewaltbereitschaft, die auch zur Zunahme von Verletzungen bei der Einheit in Bad Bergzabern selbst geführt habe. Roth zeigte sich ausdrücklich dankbar für die Arbeit von Pfarrerin Elke Wedler-Krüger, die bis August vergangenen Jahres die Aufgaben der Seelsorgerin bei der Bergzaberner Bundespolizei wahrgenommen hatte und damit zum „Teil der Dienststelle“ geworden sei, was er für Pfarrer Lang gleichfalls wünsche und erhoffe. Lang entsprach dem mit dem Hinweis, dass er dem „Auftrag in einer ihm bisher völlig fremden Welt“mit Spannung entgegensehe und den auf ihn zukommenden Fragen der Bediensteten Raum geben und nach Lösungen suchen werde, an die möglicherweise vorher noch niemand gedacht habe. Es motiviere auch den Pfarrer, aus Überzeugung an der Sicherung des Rechtsstaates mitzuarbeiten und sich für eine Welt einzusetzen, in der Menschen ohne Angst leben könnten. Dekan Dietmar Zoller sah es für den Kirchenbezirk als wichtig an, an die seither geübte Tradition der engen Zusammenarbeit anzuknüpfen und dabei weniger die konfessionelle Zuordnung als die ökumenische Funktion in den Blick zu nehmen. (hd)