Kreis Südliche Weinstraße Aufgeschlossen und hilfsbereit

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Den Begegnungstreff der Generationen und Kulturen hat Ortsbürgermeister Ernst Spieß (SPD) bei einem Gespräch mit rund 20 an der Flüchtlingshilfe interessierten Bürgern angestoßen. Marion Weisner hat sich als Ansprechpartnerin zur Verfügung gestellt, organisiert und lenkt die Treffs, kümmert sich um Kaffee, Tee und Knabbereien. In Albersweiler leben derzeit 33 Flüchtlinge. Sie stammen vor allem aus Syrien, Afghanistan, Ägypten und Somalia. Es sind aber auch Emigranten aus Europa dabei, aus Albanien, Mazedonien und dem Kosovo, die wenig Aussicht auf eine Bleibe haben. Adelinde Schwarz erzählt, dass ihre Schützlinge aus Ägypten kommen, ein junges Ehepaar mit zwei Kleinkindern. Sie hätten in ihrer Heimat Furchtbares durchgemacht. Wie alle koptischen Christen dort seien sie verfolgt und vom Mob misshandelt worden. Sie habe die schlimmen Wunden gesehen, die man ihnen am ganzen Körper zugefügt habe. Ganz lieb seien die Kinder und sagten Oma zu ihr, berichtet die Rentnerin. Der Mann spreche gut Englisch und lerne fleißig Deutsch. Die Kinder besuchten den Kindergarten wie auch die beiden schon etwas größeren Mädchen der anderen Familie, der sich Schwarz angenommen hat. Die jungen Eheleute sind mit ihren Kindern aus Mazedonien gekommen. Sie verhalten sich still und sehen gedrückt aus. Die Angst, dass sie wieder zurück müssten, quäle sie, sagt Schwarz. Die Abschiebung verlaufe oft sehr schnell. Zwei Stunden Zeit, dann ab ins Flugzeug. Sie findet es schlimm, dass die Leute keiner Arbeit nachgehen dürfen, solange ihr Bleiberecht nicht geklärt ist. Bis vor Kurzem beherbergte sie noch drei Somalier, einen seit zwei Jahren schon. Jeder hatte sein eigenes Zimmer. Gemeinsam waren Wohnzimmer und Küche. Jetzt seien es nur noch zwei, sagt sie. Einer habe zu trinken angefangen und randaliert. Die Polizei habe ihn geholt. Gerade die jungen Leute mache die große Ungewissheit und Langeweile krank. Sie drängten darauf, sich nützlich machen zu dürfen. Das pensionierte Lehrerehepaar Christa und Manfred Schwall war vom Ortsbürgermeister gebeten worden, den Flüchtlingen Deutsch beizubringen. Im Protestantischen Gemeindehaus unterrichteten sie vorübergehend fünf Syrer. Seit einer Woche betreuen die Schwalls ein gerade angekommenes Ehepaar aus Armenien, das mit ihrem drei Monate alten Baby im Katholischen Pfarrheim Aufnahme gefunden hat. Die Neuankömmlinge sprechen außer Armenisch nur Russisch. Gut, dass im Dorf schon lange eine Frau aus Kasachstan wohnt. Als Dolmetscherin fährt sie bei Schwalls mit, wenn nach Möbeln und anderen Utensilien Ausschau gehalten werden muss. Überhaupt verhalte sich die Bevölkerung von Albersweiler den Fremden gegenüber sehr aufgeschlossen und hilfsbereit, versichert Christa Schwall. Extra aus Leinsweiler gekommen ist Kurt Halfmann mit einem jungen Syrer. In seinem geräumigen Anwesen habe er mehrere Flüchtlinge aufgenommen und besuche mit ihnen die Treffs in Annweiler und Edenkoben. Warum er hilft? „Ich stelle mir vor, ich sei selbst Flüchtling, und es wäre jemand da, der mir hilft.“ Info Offener Treff, Marion Weisner, Telefon 0176 23421270. (ppo)

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