Kreis Südliche Weinstraße Auf Weg zum Solardorf

Vom Storchendorf zum Solardorf: Immer mehr Strom in Bornheim wird mit Fotovoltaikanlagen produziert. Dieses Fazit zog Ortsbürgermeister, Karl Keilen (parteilos) bei der Inbetriebnahme der 100. Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Rathauses.
Bei der kleinen Feierstunde erläuterte Keilen, der auch Hauptinitiator der Aktion „Bornheim spart Strom“ ist, den anfangs doch steinigen Weg zum Solardorf. Während der Gemeinderat und Gemeindevorstand diesem Projekt zugestimmt habe, hätten mit dem Denkmalschutz teilweise harte Verhandlungen geführt werden müssen – besonders bei den Anlage auf dem Dach der Protestantischen Kirche und des Katholischen Pfarrhauses. Mit Unterstützung der Gemeinde gab es zudem Informationsveranstaltungen zu den Themen LED-Lampen, Heizungspumpen und energieeffiziente Geräte. Am Beispiel eines Bornheimer Hausbesitzer-Ehepaares erläuterte der Ortschef den Nutzen einer Fotovoltaikanlage. Deren Haus hat im Jahr einen Stromverbrauch von 5650 Kilowattstunden, die Kosten von 1454 Euro verursachen. Damit die Sonne deren Stromrechnung finanziert, musste eine Anlage mit einer Leistung von zehn Wattpeak installiert werden, dass entspricht einer Modulfläche von 60 bis 80 Quadratmetern und Investitionen von 13.000 Euro. Diese Anlage produziert jährlich zirka 10.000 Kilowattstunden bei einer Leistungsgarantie von 25 Jahren. Davon werden jährlich etwa 2000 Kilowattstunden im Haus direkt verbraucht. Dass sind 35 Prozent des Strombezugs, was die Stromrechnung um etwa 510 Euro reduziert. Statt bei 1454 Euro liegt die Stromrechnung künftig bei 950 Euro. Die möglichen Ersparnisse seien auch vielen Bornheimern bewusst geworden, so Keilen. Seit Kurzem seien m Ort 105 „PV-Anlagen“ in Betrieb mit einer jährlichen Leistung von 1,23 Megawattpeak, bei mehr als einer Million Kilowattstunden Solarstrom. Nach den Informationen von Susanne Katz, Marketing-Leiterin der Pfalzwerke AG in Ludwigshafen, arbeitet das Unternehmen weiter am Ausbau der Solarstromgewinnung. In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut und der Uni Kaiserslautern betreibt die Pfalzwerke AG zurzeit ein Projekt zur Verbesserung der Stromspeicherung. Ein weiteres großes Projekt ist der Netzausbau. Nach Aussagen des Leiters der Netzservicestelle Landau der Pfalzwerke AG, Michael Weiter, investiert sein Unternehmen weiterhin in Bornheim, um noch mehr umweltfreundlichen Strom vor Ort zu produzieren. Als Beispiel nannte er die Projekte Dammheimer Straße und die neue Trafostation in der Hauptstraße.