Kreis Südliche Weinstraße Auf dem Weg ins Jahr 2030

31 Prozent der Einwohner Bad Bergzaberns sind älter als 65 Jahre – Tendenz steigend. Im Vergleich zur Verbandsgemeinde, dem Kreis oder dem Land leben überdurchschnittlich viel ältere Bürger in der Stadt. Um deren besonderen Bedürfnissen und Erwartungen in Zukunft gerecht werden zu können, hat die Stadt nun ein seniorenpolitisches Konzept vorgelegt.
„Das seniorenpolitische Konzept hat Auswirkungen auf die politische Gestaltung in der Stadt“, verspricht Stadtbürgermeister Fred-Holger Ludwig (CDU). Der Stadtrat werde künftig seine Entscheidungen auf ihre „seniorenpolitische Verträglichkeit“ abklopfen. Ausgehend von allgemeinen Zielvorstellungen würden in dem Konzept konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, „damit ältere Menschen ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in unserer Stadt führen können“, so Ludwig. Verbandsbürgermeister Hermann Bohrer (SPD) zeigte sich bei der Vorstellung erfreut darüber, dass es gelungen sei, alle Arbeitskreise und bisherigen Aktivitäten in diesem Projekt zusammenzuführen. Bereits Anfang der 2000er-Jahre habe man sich in Bad Bergzabern Gedanken darüber gemacht, was eine seniorengerechte Stadt ausmache. Bohrer nannte das Gutachten zur Stadtentwicklung von Dennhardt, die Einzelhandelskonzeption, die „Zentrale Anlaufstelle für Senioren“ der protestantischen Kirchengemeinde, den Seniorenbeirat, die Seniorenbeauftragte oder den Beteiligungsworkshop „Gut leben im Alter“. Erarbeitet wurde das Konzept vom Unternehmen für soziale Innovation Transfer aus Wittlich. Claudia Hennes von Transfer berichtete, dass aus den vielen Initiativen und Ehrenamtlichen drei Arbeitsgruppen gebildet worden seien, die sich Gedanken darüber gemacht hätten, was es in der Stadt schon gebe und was noch geschaffen werde müsse. „Welche Menschen, welche Vereine oder Organisationen tun schon was und wie kann man das zusammenführen, war ein Thema“, sagte Hennes. Zentrale Themen waren: Mobilität, Wohnen, Miteinander der Generationen, Barrierefreiheit im öffentlichen und privaten Raum, die medizinische und pflegerische Situation und Kommunikation. „Wir müssen den konfessionellen Geruch noch etwas hinter uns lassen“, meinte Dekan Dietmar Zoller. Die Seniorenarbeit der protestantischen Kirchengemeinde war von allen Seiten gelobt worden. Es sei schon viel erreicht worden, es bleibe aber auch noch einiges zu tun, so Zoller. Unter anderem erwähnte er die soziale Armut und den steigenden Bedarf an Sozialwohnungen. Barrierefreiheit sei nicht nur für ältere Menschen von Bedeutung, betonte Fred-Holger Ludwig. Auch eine junge Familie mit Kinderwagen sei auf die Barrierefreiheit angewiesen. Ludwig kündigte an, dass Bad Bergzabern die Mitgliedschaft im Gesunde-Städte-Netzwerk anstrebe. Außerdem regte er die Gründung eines Initiativkreises „Lebenswertes Bad Bergzabern“ an. Im Konzept steht die Vision: „Im Jahr 2030 ist Bad Bergzabern eine für alle Generationen lebenswerte und barrierefreie Stadt, in der Mobilität, Arbeit und Wohnen für alle gesichert sind und sich die Generationen gegenseitig unterstützen.“ Daraus soll nach dem Willen aller Beteiligten ein Leitbild werden. Am Donnerstagabend stimmte der Stadtrat dem Konzept zu. „Es ist für alle Bürger gut. Wir sollten uns im Sinne der Bürger danach richten“, meinte Jürgen Bicking (CDU). (jpa)