Kreis Südliche Weinstraße Auch Lieder schlagen Brücken

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Es war nicht das einzige Lied, das den Besuchern des Sommerfestes im Schönstattzentrum über die Lippen kam – und Brücken schlug. „Khosh Halo shado khandanam“ („Ich bin glücklich und fröhlich und lächelnd.“) sangen sie ebenso gemeinsam wie das albanische Lied „Rudina“. Es war eine Begegnung von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten. „Wir wollen locker und lustig feiern, angesichts und fernab der Krisen in Europa und weltweit Kontakte knüpfen und pflegen“, sagte Helmut Dudenhöffer, Kopf und Motivator der Initiative Herxheim Bunt, die vor wenigen Monaten ins Leben gerufen wurde, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Rund 50 Herxheimer waren einem Aufruf von Ortsbürgermeister Franz-Ludwig Trauth (CDU) spontan gefolgt und ihre Unterstützung von Flüchtlingen und Asylbewerbern bekundet. In der Initiative engagieren sich auch die beiden Kirchen, außerdem Unternehmen sowie Vereine. Neben dem festen Stamm von Mitarbeitern haben sich weitere 30 bis 40 Bürger bereiterklärt, sporadisch ihre Unterstützung für die aktuell 93 Flüchtlinge und Asylbewerber zu gewähren. Bis Ende des Jahres dürfte die Quote auf 140 ansteigen. Herxheim Bunt verstehe Integration als besondere Gelegenheit: Kennen-Lernen ist zentrales Ziel der Initiative. „Es ist wichtig, dass Flüchtlinge nicht wie in Ghettos an einem Ort leben, sondern dass wir sie an vielen Plätzen als Teil der Gemeinde integrieren und sie in unsrem Leben aufnehmen“. Mit diesen Worten beschreibt Alexandra Pres, die für die Öffentlichkeitsarbeit von Herxheim Bunt zuständig ist, die Herausforderung, den Asylsuchenden in Herxheim mit Toleranz und Engagement zu begegnen – und nicht nur gezwungenermaßen zwischen Tür und Angel. Unter den 93 Asylbewerbern sind 21 Jugendliche unter 18 Jahren. 40 kommen aus Balkanstaaten. Elf haben ihre Heimat in Somalia und Eritrea verlassen, sogar 14 in Afghanistan. Acht kommen aus Syrien, wie Fachbereichsleiter Klaus Knoll von der Verbandsgemeinde-Verwaltung bestätigt. Dudenhöffer und Pres sind der Meinung, dass Kennenlernen des anderen Ängste und Vorurteile abbaue und zu einem gemeinsamen Lernen führe, das den Weg zur Integration von Perspektiven und Werten und somit mit der Erneuerung des kommunalen Gesellschaftslebens ebne. In diesem Sinne wolle Herxheim Bunt erreichen, dass die Geflüchteten als Neubürger aktiv zur Vielfalt beitragen und das Gemeinwohl in der VG Herxheim bereichern. Kuno Ehmer, einer der Helfer, berichtet, dass er sich eigens mit Literatur eingedeckt habe. Gebildet wurden von Herxheim Bunt acht verschiedene Aktionsgruppen, und zwar zu Sprachkenntnissen, Treffpunkten, Öffentlichkeitsarbeit, Alltag, Sport, Mobilität, Kindergarten und Koordination. Die Veranstaltungen von Herxheim Bunt finden an zentralen Orten statt: So das „Begegnungs-Café“ im „Haus der Begegnung“, „Treffpunkt gemeinsam aktiv“ im Schönstattzentrum Marienpfalz und „Treffpunkt Pamina“ im Gymnasium. Eine lebhafte Resonanz findet die ehrenamtlich geführte Fahrrad-Reparatur-Werkstatt im Jugendzentrum. Schon 50 „Drahtesel“ wurden für die Flüchtlinge repariert und wieder einsatzbereit gemacht worden. Andere Helfer stehen als Ansprechpartner bereit, wenn Fragen und Probleme auftreten wie: Wo können Dinge erledigt oder eingekauft werden? Wie kommen die Kinder in die Schule? Welche Anträge müssen wann und wo gestellt werden? Wichtig ist, so Dudenhöffer, „dass wir auf Augenhöhe mit den Menschen zusammenkommen“. Erfreulich sei auch, dass einige Sportbegeisterte beim SV Viktoria oder TV Anschluss finden. Angenommen wurde auch das Angebot des Karatevereins. Im Waldfreibad werden Schwimmkurse angeboten. Zwei Asylbewerber machen laut Dudenhöffer derzeit ihren Pkw-Führerschein. Eine Kommunikation zwischen den Kulturen sei der wichtigste Faktor, um beispielsweise mit muslimischen Asylbewerbern in Kontakt zu kommen. Am Samstag gab es ein besonders schöne Überraschungen: Die Gruppe „Take time“ hatte in Hayna bei einem Schuppen- Fest aufgespielt, es kam ein Scheck über 200 Euro heraus. Pfarrer Arno Vogt lud alle in Herxheim lebenden Asylbewerber zu einem kostenlosen Essen und Getränk beim „Kirchbergfest“ ein. (som)

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