Kreis Südliche Weinstraße Attraktion aus Lehm

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„Wenn Sie per Auto von Walsheim aus kommen, fahren Sie vor dem Zimmerplatz links ab. Von dort aus sind es nur noch ein paar Meter“, sagt der Dorfchef. Einen Parkplatz findet man auf dem Weg, der zum örtlichen Friedhof führt, ganz leicht. Und tatsächlich: Acht Schritte weiter deutet ein mit Steinen stabilisierter Eingang auf eine Höhle hin. Der provisorische Bretterverschlag ist im Handumdrehen beiseite geschoben. Und schon kann die „Höhlenforschung“ beginnen. Etwas muffig riecht es. Unheimlich wird es, weil es bei einem weiteren Vordringen immer dunkler wird. Plötzlich steht man wie vor einem schwarzen Loch. „Kann hier auch nichts einstürzen“, drängt sich die bange Frage auf. „Keine Angst, das Bergamt war schon hier und hat nach einer Überprüfung die Auskunft gegeben: keine Gefahr“, sagt Ortsbürgermeister Dieter Ditsch. Etwa zehn Meter tief ragt der Hauptgang in das Erdreich. Links und rechts gibt es noch einige vier Meter lange Seitengänge. Zwischen 300 und 350 Jahre alt sind die insgesamt vier ausgetrockneten Lehmkeller, in denen früher Landwirte wegen der gleichbleibenden Temperatur von sechs bis sieben Grad Celsius Kartoffel und Rüben lagerten. Einer, der sich mit dem historischen Hintergrund vertraut gemacht hat, ist Walter Sauerhöfer, seines Zeichens Werkleiter bei der Verbandsgemeindeverwaltung Landau-Land, dessen Familie seit langer Zeit in Knöringen wohnt. Aus Überlieferungen sei bekannt, dass die Keller so alt wie die dortige Siedlungsstruktur sind. Der gewonnene Lehm sei für den Bau von Fachwerkhäusern benutzt worden. Dass die Höhlen noch so gut erhalten seien, liege vor allem daran, dass darüber nur Obstplantagen gepflanzt, deswegen keine schweren landwirtschaftlichen Maschinen eingesetzt wurden. Insofern habe es keine Erschütterungen gegeben. Wenn der frühere langjährige Ortsbürgermeister Werner Metz (CDU) auf das Thema angesprochen wird, dann fällt ihm eine Ortsbesichtigung Anfang April 1987 ein, zu der auch der damalige Weinbauminister Dieter Ziegler gekommen war. Schon damals wurde ins Auge gefasst, die alten Keller nach dem Ausbau der Straße zu erhalten und im Zuge der bevorstehenden Flurbereinigung mit einer optisch ansprechenden Sandsteinfront zu versehen. Kreisbeigeordneter Hans-Dieter Scherthan sagte damals im Namen von Landrat Walter Link (beide CDU) die finanzielle Unterstützung des Landkreises SÜW zu. Das Land wolle landschaftspflegerische Dinge mit vorbereiten, versicherte Minister Ziegler. Doch die Flurbereinigung ging über die Bühne, das Gelände in den Besitz der Gemeinde über. Doch sonst tat sich nichts. „Irgendwie ist alles dann im Sand verlaufen“, sagt der Ex-Ortsbürgermeister Metz. Doch nun soll das Projekt nicht aus den Augen verloren werden. (mik)

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