Offenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Anwohnerparken im ganzen Ort: Autos sollen weg vom Straßenrand

Auch viele Anwohner der stark befahrenen Essinger Straße in Offenbach stellen ihre Autos am Straßenrand ab. Geht es nach dem Wil
Auch viele Anwohner der stark befahrenen Essinger Straße in Offenbach stellen ihre Autos am Straßenrand ab. Geht es nach dem Willen des Gemeinderats, soll sich das ändern.

Die Entscheidung kam recht unerwartet: Ab dem kommenden Jahr sollen die Offenbacher nur noch mit einem kostenpflichtigen Ausweis am Straßenrand parken dürfen. Gäste müssen die Parkscheibe nutzen. Warum dieser Schritt?

Eigentlich wollte der Offenbacher Gemeinderat in der jüngsten Sitzung nur für wenige Straßen Anwohnerparken anordnen. Heißt: Die Anwohner müssen entweder ihre Fahrzeuge auf dem eigenen Grundstück abstellen oder sich einen Parkausweis bei der Gemeinde kaufen. Kosten pro Jahr: 30 Euro. Und Besucher müssen die Parkscheibe nutzen. Sie dürfen dann zwei Stunden mit ihrem Wagen an der Straßenseite stehen. Das Ziel: freiere Straßen. Und damit auch mehr Sicherheit.

Dann aber gewann der genannte Tagesordnungspunkt innerhalb weniger Minuten an Dynamik. Der Rat diskutierte, ob es eine Ungleichbehandlung der Bürger wäre, würde nur in manchen Straßen die neue Regel greifen. Den Ball nahm Ortsbürgermeister Axel Wassyl auf: „Es wäre auch für die Verwaltung am einfachsten, wenn wir das Anwohnerparken auf den gesamten Ort ausweiten. Dann müssten lediglich an den Ortseingängen Hinweisschilder aufgestellt werden.“

Ordnungsamt soll kontrollieren

Der Parteilose verwies darauf, dass eine solche Lösung bereits in Gleisweiler existiere. Dort gebe es einen großen Parkplatz am Ortseingang, auf dem Fahrzeuge länger und kostenfrei abgestellt werden könnten. Das könnte in Offenbach zum Beispiel der Parkplatz am Freibad sein. Und dann bat Wassyl bereits um die Abstimmung. Immer mehr Hände der Ratsmitglieder gingen in die Höhe. Die Mehrheit entschied sich für Wassyls Vorschlag. Bedeutet: Die Offenbacher müssen künftig entweder ihre Autos auf ihrem Grundstück abstellen oder sich einen Parkausweis kaufen. Für Besucher heißt das Parkscheibenpflicht.

Im Nachgang der Sitzung sagte Wassyl der RHEINPFALZ, das Thema werde bereits seit Jahren immer wieder bei Einwohnerversammlungen heiß diskutiert. Bürger forderten, Anwohner sollten ihre Autos in ihre Hofeinfahrten stellen, anstatt am Straßenrand zu parken und damit die Routen zu verstopfen. Der Ortschef rechnet damit, dass die Regel ab dem nächsten Jahr greifen wird. Nun müssten zunächst Parkausweise und Hinweisschilder beschafft werden. Das Ordnungsamt werde die Einhaltung der Parkreform überwachen, betonte Wassyl.

Erste Gemeinde mit solcher Regel in SÜW?

In seiner Kommune gelte Anwohnerparken nicht für den gesamten Ort, stellt Gleisweilers Ortsbürgermeister Thorsten Rothgerber klar. „In einigen Straßen haben Anwohner, die keine Garage oder keinen Stellplatz auf ihrem Grundstück haben, die Möglichkeit, einen Anwohnerparkausweis zu beantragen. Hier liegen die Kosten bei 30 Euro im Jahr.“ Angedacht sei gewesen, in einer Straße eine Art Quartierparken nur für Anwohner einzuführen. Vielleicht beziehe sich Wassyl darauf, so Rothgerber. Bei diesem Thema laufe aber noch die Diskussion.

Ist Offenbach also die erste Gemeinde an der Südlichen Weinstraße, in der Anwohnerparken in allen Straßen der des Ortes gilt? „Nach unserer Kenntnis gibt es eine solche Regelung bisher noch in keiner Ortsgemeinde im Landkreis“, teilt die Kreisverwaltung mit, verweist aber darauf, dass die Verbandsgemeinden für die Parkraumbewirtschaftung zuständig seien.

Andere Pläne in Landau

Derweil wird auch in Landau über das Anwohnerparken nachgedacht – aber über dessen Abschaffung. Anlass war der hohe Parkdruck in der Südstadt, wo Anwohner kaum Parkplätze finden. Beigeordneter Lukas Hartmann (Grüne) will das Parksystem auf neue Füße stellen. Da das Anwohnerparken zu 25 Euro im Jahr preislich nicht angemessen sei, werden die Ausweise für Anwohner und die Parkzonen abgeschafft. Die Stadt setzt stattdessen auf Dauerparktickets, die in der Innenstadt wohl rund 360 Euro pro Jahr und in der Südstadt 180 Euro kosten werden. Die Parkausweise können nicht nur von Anwohnern, sondern von jedem erworben werden.

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