Kreis Südliche Weinstraße Anerkennung für Engagement

Die Pamina-Volkshochschule im elsässischen Weißenburg, zu deren 15 Partnern auch die Kreisvolkshochschulen Südliche Weinstraße und Germersheim sowie die Volkshochschule der Stadt Landau gehören, ist in Anerkennung ihres langjährigen Engagements für grenzüberschreitende Bildungsangebote in der Pamina-Region mit dem Michel-Bréal-Preis ausgezeichnet worden.
Im Rathaus in Weißenburg überreichten Heinz-Helmut Lüger aus Bad Bergzabern als Vorsitzender der Michel-Bréal-Gesellschaft und Harald Schäfer aus Mannheim als Vorsitzender des Kuratoriums der Josef-David-Stiftung den Preis. Dieser wurde von der Gesellschaft in Verbindung mit der Stiftung zum zweiten Mal verliehen. Die erste Verleihung war im Jahr 2013. Die Michel-Bréal-Gesellschaft wurde 2008 in Landau, wo Michel Jules Alfred Bréal 1832 geboren wurde und neun Jahre lang lebte, gegründet. Ziel ist es, wissenschaftliche und kulturelle Aktivitäten, die sich aus dem Werk des Begründers der Semantik in ihrer heutigen Bedeutung ergeben, zu fördern und die Bedeutung des Landauers stärker ins Bewusstsein zu rücken. Von Landau aus gelang ihm eine Karriere als Hochschullehrer und der Aufstieg in die höchsten Kreise von Paris. Sein 1897 erschienenes und in mehrere Sprachen übersetztes Buch „Essai de sémantique“ gehört nach wie vor zu den Standardwerken in der Sprachwissenschaft. Unter dem Motto „Ohne gestern kein heute“ stand bei der Preisverleihung die Laudatio von Barbara Borgeot-Klein, französische Vorsitzende der Deutsch-Französischen Gesellschaft Landau. Sie ging auf die Geschichte der Volkshochschulen ein, die in beiden Ländern ein wechselhaftes Schicksal in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebt hätten. In Deutschland werde die Humboldt-Akademie (1879) als erste Volkshochschule Deutschlands betrachtet. In Frankreich sei erst 1963, im Jahre des Elysee-Vertrages, die Université Populaire di Rhin in Mulhouse gegründet worden. Barbara Borgeot-Klein begrüßte die Sprachkurse, auch die Fachsprachen und die „Entdeckung der Sprache des Nachbarn durch Kinderlieder“ für deutsche und französische Kinder. Als die Herausforderungen für die Pamina- Volkshochschule sieht es Borgeot-Klein an, die immer größer werdende Sprachbarriere auf beiden Seiten des Rheins abzubauen. Auch gelte es, Finanzpartner zu finden, um eine Grundfinanzierung zu sichern, und neue spannende Projekte für die Bürger des Pamina-Raumes zu schaffen. Die DFG-Vorsitzende äußerte die Hoffnung, dass die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich als Vorbild für jene Länder gelte, die in Hass, Krieg und Hoffnungslosigkeit leben. Doch schienen immer noch Vorurteile und Intoleranz „unter der Asche zu schwelen“, so die DFG-Vorsitzende. Die Rolle der Pamina-Volkshochschule sei es, eine humanistische Antwort gegen Intoleranz durch die Bildung zu geben – denn das Morgen werde heute vorbereitet, so Borgeot-Klein. Die Pamina-VHS ist eine Volkshochschule nach französischem Recht mit Sitz in Weißenburg. Zweck des Vereins ist die Förderung der grenzüberschreitenden Weiterbildung im Pamina-Raum durch deutsch-französische Begegnungen der Teilnehmer durch eine grenzüberschreitende Vernetzung der beteiligten deutsch-französischen Volkshochschulen und die Entwicklung eines zweisprachigen und überregionalen Veranstaltungsprogramms. 1998 wurde das erste Semesterprogramm angeboten. Seit 1999 gibt es einen Trägerverein mit derzeit 15 Volkshochschulen. Jährlich werden rund 130 Veranstaltungen angeboten, zu denen insgesamt rund 3000 Besucher kommen. 2014 drohte wegen zurückgehender Zuschüsse die Insolvenz der Einrichtung. Diese wurde jedoch abgewendet. (som)