Herxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ameisenplage: 4000 Liter flüssiges Insektizid versprüht

Die Schädlingsbekämpfer Lukas Dieser (links) und Patrick Gerlach sprühen das Insektizid in sämtliche Ritzen.
Die Schädlingsbekämpfer Lukas Dieser (links) und Patrick Gerlach sprühen das Insektizid in sämtliche Ritzen.

In Herxheim wird die Ameisenplage jetzt auch auf öffentlichen Flächen bekämpft. Ein in Wasser gelöstes Granulat soll den Tieren den Garaus machen. Der Erfolg ist aber fraglich.

Was hilft gegen die Ameisen der Art Tapinoma magnum, die sich im Herxheimer Ortszentrum breitgemacht haben und dort unter anderem Gehwege unterhöhlen? Eine gesicherte Antwort darauf gibt es bislang nicht. Vor allem, weil Bekämpfungsversuche in anderen Orten keinen großen Effekt hatten. Zum Beispiel in Limburgerhof, wo Tapinoma magnum im Sommer 2020 erstmals in Erscheinung getreten ist, wie ein Sprecher der Gemeinde auf Nachfrage mitteilt. Im März 2023 habe man mit der Bekämpfung begonnen. Zunächst mit Granulat, dann in größerem Umfang mit einem Heißwasser-Schaum-Gemisch. Erfolgreich sei das bislang nur bedingt gewesen, wie der Gemeindesprecher konstatiert.

Etwas positiver bewertet eine Sprecherin der Stadt Kehl die Lage. Gegen die Superkolonie der Ameise, die eigentlich in Nordafrika beheimatet ist, wird dort seit vergangenem Jahr in großem Stil vorgegangen. Das Mittel der Wahl ist Heißschaum, „weil uns das von den Erfahrungsberichten anderer Betroffener her als die aussichtsreichste Variante erschien“. Ausgebracht wurde der von einer Firma, die aus Darmstadt nach Kehl fahren musste. „Inzwischen schulen wir Mitarbeitende unseres Betriebshofs und haben ein eigenes Gerät bestellt“, teilt die Sprecherin mit. Denn auch wenn der Erfolg der Methode noch nicht mit Sicherheit bewertet werden kann, steht fest: „Die Abstände, die wir zwischen den Bekämpfungen hatten, als die Firma aus Darmstadt anfahren musste, waren zu groß.“ Man habe aber den Eindruck, dass die Bekämpfung wirke, seit mindestens einmal pro Woche Heißschaum versprüht werde. „Das ist aber bislang nur ein Eindruck.“

4000 Liter flüssiges Insektizid versprüht

Der Weisheit letzter Schluss scheinen die Versuche in Limburgerhof und Kehl jedenfalls nicht zu sein. Also setzt Herxheim nicht auf Heißschaum. „Andere Kommunen berichten, dass der nicht die gewünschte Wirkung erzielt“, sagt Nicole Theriault, Sprecherin der VG. Stattdessen kommt ein in Wasser gelöstes Granulat zum Einsatz. Und zwar seit Donnerstag.

Rund um den Kirchberg verteilen Lukas Dieser und Patrick Gerlach von der Firma Defensia Schädlingsbekämpfung und Desinfektion aus Neustadt am Morgen 4000 Liter des flüssigen Insektizids. Sie sprühen es in alle Ritzen, in denen es krabbelt. Geschäftsführer Gerlach dämpft jedoch die Erwartungen. „Es ist ein ernst gemeinter Feldversuch“, sagt er. Klar ist, dass die Schädlingsbekämpfer noch das Öfteren anrücken müssen. Wann und wie oft genau, werde jetzt mit der Gemeinde besprochen, sagt Gerlach.

Ein Problem sei, dass „wir nur ein Drittel behandeln“. Denn Dieser und Gerlach können im Auftrag der Gemeinde nur auf öffentlichen Flächen tätig werden. Auf Privatgrundstücke dürfen sie nur dann, wenn sie von den jeweiligen Eigentümern explizit beauftragt werden. „Es müssten alle mitziehen“, sagt Gerlach. Ansonsten sieht er keine Chance, der Lage Herr zu werden. Grundsätzlich macht er Hoffnung. „Eine hundertprozentige Beseitigung wird nicht möglich sein.“ Man könne den Bestand aber im betroffenen Gebiet so weit reduzieren, dass die Ameisen nicht mehr so bemerkbar seien. Die zwei Köderdosen, die die Gemeinde an betroffene Haushalte verteilt hat, reichen dafür aber nicht.

x