Herxheim
Altenzentrum St. Josef: Umbau dauert länger als geplant
Bereits seit 2020 wird am Altenzentrum St. Josef gebaut und modernisiert. Bevor der Umbau fertig ist, müssen allerdings noch einige Arbeiten erledigt werden. Eingehalten werden kann die ursprüngliche Planung nicht, da durch die globale Entwicklung Lieferketten unterbrochen sind und es in den Bereichen Holz und Elektrik Nachschubprobleme gibt.
Für die Bewohner des Seniorenheims entstehen neue Zimmer. Zuletzt wurde im Juli dieses Jahres der neue Ost- und Westflügel fertiggestellt. Dadurch stehen 30 neue Einzelzimmer zur Verfügung. Bewohner, die lange darauf gewartet haben, konnten „zwischenzeitlich in die neuen Räume einziehen“, erklärt Herxheims Orts- und Verbandsbürgermeisterin Hedi Braun gegenüber der RHEINPFALZ. Insgesamt werden dort etwa 100 Frauen und Männer betreut. Dadurch, dass die Plätze in der Einrichtung unverändert bleiben, bleibe auch der Stellenschlüssel der gleiche. „Uns war wichtig, den vermehrten Wünschen der Bewohner nach einem Einzelzimmer entsprechen zu können.“
Die Sandstein-Fassade wird saniert
Momentan wird an der Sanierung der Sandstein-Fassade gearbeitet. Zeitgleich werde im Innern an Decken und Böden gewerkelt. „Wir rechnen mit Fertigstellung des denkmalgeschützten Altbaus im Spätsommer 2023“, sagt Hedi Braun. Dort wird die Verwaltung untergebracht. Durch den Umbau wird die Verwaltung um ein Besprechungszimmer erweitert. Die Arbeiten sind aber auch nötig geworden, um barrierefreie Bewohnerzimmer zu schaffen. Damit kommt man gesetzlichen Vorgaben nach.
Die Kosten steigen
Die Kosten werden die ursprünglich anvisierten vier Millionen Euro übersteigen, sagt Hedi Braun. Ein Grund dafür ist, dass die Auflagen des Denkmalschutzes Mehrkosten verursacht. Ebenso spielen die gestiegenen Preise der Baustoffe und der Rohstoffe eine große Rolle. In welcher Höhe sich die endgültigen Kosten letztlich belaufen werden, kann die Verwaltungschefin derzeit noch nicht sagen. Gibt es freie Stellen im Altenzentrum , die noch neu besetzt werden müssen? „Derzeit haben wir für Pflegefachkräfte drei Stellen zu besetzen und für Helferinnen ebenfalls drei, im Servicebereich sei eine Stelle offen, informiert die Verbandsbürgermeisterin weiter.
Die Geschichte des Altenzentrums geht weit zurück, sie startet 1847 mit der Einrichtung einer Suppenküche für die Armen des Ortes im Anwesen einer früheren Adelsfamilie. Bis zu 700 Bedürftige wurden hier von den „Niederbronner Schwestern“ und Herxheimer Frauen mit einer warmen Mahlzeit versorgt. 1855 wurde das Haus als Wohn- und Lebensstätte für Behinderte, Arme und Waisen eingerichtet. Neben Kinder- und Handarbeitsschule kamen spätereine Säuglings- und Wöchnerinnenstation sowie ein Kindergarten hinzu. 1973 wurde die Wöchnerinnenstation dann geschlossen, drei Jahre später wurde das Haus zu einem modernen Altenzentrum ausgebaut.