Kreis Südliche Weinstraße Als das Sparen noch in Mode war

Zaster, Kies, Asche, Knete, Mammon, Mäuse, Schotter oder Flocken. Es gibt rund 150 Ausdrücke für Geld. „Vom Taler zur Mark, die Pfälzer und das Geld“ heißt die neue Ausstellung im Museum der Stadt Bad Bergzabern im Gasthaus „Engel“. Am Montag wird die Ausstellung, die sich der Geschichte des Geldes in den vergangenen 500 Jahren widmet, eröffnet.
Idee und Konzeption zur Ausstellung hatte Alfred Arnold, der Vorsitzende der Münzfreunde in Landau. Vom Taler aus dem Jahr 1520 schlägt er den Bogen der Geschichte der Zahlungsmittel über Gulden und Kreuzer bis zur Mark des Kaiserreiches, der Reichsmark der Weimarer Republik und des Dritten Reiches bis zur D-Mark. „Wir wollten die Themen breit streuen“, erklärt der Leiter des Museums, Rolf Ulshöfer, bei einem Gang mit der RHEINPFALZ durch die Ausstellung, in der auch viele Gegenstände, die mit Geld zu tun haben, zu sehen sind. So zeugt ein prachtvoller Münzhumpen aus dem 16. Jahrhundert von Reichtum, in einer Aufstellung aus dem Jahr 1530 ist zu lesen, dass der Tageslohn eines Maurers 26 Pfennige betrug und er für einen Liter Landwein 100 Minuten arbeiten musste. Zu sehen ist das Notgeld der Gemeinde Bergzabern aus dem Jahr 1923, französisches Geld aus der Zeit, als die Pfalz französisch war oder ein Berechtigungsschein für 40 Mark Kopfgeld, das jeder Bürger 1948 nach der Währungsreform bekam. „Ich weiß noch, wie ich als kleiner Junge das Geld mit meinem Vater abgeholt habe“, sind die persönlichen Erinnerungen des Museumsleiters. Zu sehen sind auch die ersten Scheine der Alliierten zwischen 1945 bis zur Gründung der BRD. Eine Sammlung von Spardosen, verdeutlicht die Bedeutung des Sparens, mittlerweile auch Geschichte, schon von Kindesbeinen an. Oft wurde der Schlüssel der Dose bei der Bank aufbewahrt. Eine Rarität und heute undenkbar ist der „Missions- oder Nickneger“, der bis weit in die 1950er Jahre in öffentlichen Einrichtungen oder Geschäften stand. Eine Spardose mit einem schwarzen Kind, das nickte, wenn jemand für die „Missionsarbeit“ einen Groschen in die Dose warf. Heute auch nicht mehr vorstellbar ist die lederne Schaffnertasche mit den metallenen Aufsätzen für das Wechselgeld. Münzordnungen, Münzpatente, handgeschriebene Aktien oder eine Umrechnungsscheibe für die vielen Währungen spiegeln das komplexe Thema wider. Scheine, Münzen und Papiere sind stumme Zeugen von Freud und Leid. Norbert und Alwine Görg, die 1854 in Deidesheim geheiratet haben, haben sich sich über die vielen Geschenke für ihren Hausstand, die auf einer handgeschriebenen Liste zu lesen sind, sicher gefreut. Der Wert wurde akribisch ausgerechnet: 555 Gulden, das entspricht rund 10.000 Euro. Eine Leihgabe des Museums Westercamp in Weißenburg ist das Lagergeld aus einem Gefangenenlager im grenznahen Weiler zur Zeit des Ersten Weltkrieges, mit dem die Gefangenen Dinge des täglichen Bedarfs kaufen konnten. Eine Bildschirmpräsentation und eine umfangreiche Mappe, um sich in die Themen zu vertiefen, runden die Ausstellung ab.