Kreis Südliche Weinstraße Alles Werner oder was?

Schon zum sechsten Mal trafen sich am Samstag in der Weinstube Werner Geiger in Oberhausen Männer, die eines gemeinsam haben: ihren Vornamen. 46 Werner, die aus Gemeinden in der Vorderpfalz und erstmals auch aus Oberelsbach in der Region Main-Rhön stammen, kamen zum „Werner-Treffen“.
Wie das Leben eben so spielt: Bei einem Konzert trifft Werner Vogel, seit vielen Jahren Vorsitzender des MGV 1861 Dierbach, eher zufällig zwei Besucher, die beide ebenfalls mit Vornamen Werner heißen. Nach dem Konzert treiben Werner Vogler ein hungriger Magen und eine durstige Sängerkehle in eine Weinstube in Oberhausen. Dort trifft er nicht nur den Wirt mit dem Vornamen Werner, sondern die beiden Werners, die das Konzert besucht hatten. So konnte nicht ausbleiben, dass das Thema „Werner“ in den Mittelpunkt der Gespräche rückte. Dabei berichtete einer, dass der Name nach wie vor einer der häufigsten Männernamen in Deutschland sei. Zwischen 1925 und 1933 gehörte er zu den Spitzenreitern und bedeutet „bewahren oder beschirmen“. Werner Vogler ließ die Diskussion keine Ruhe. Die Idee von einem eigenen „Werner-Treffen“, bei dem man sich über Gemeinsamkeiten austauschen und neue Freunde finden könnte, nahm seinen Lauf. „Wir sind fast schon stolz auf den Namen“, meinte Werner Vogler und fügte scherzend hinzu, auch in der Südpfalz wimmele es nur so von Wernertöchtern. Ein Jahr nach dem zufälligen gemeinsamen Besuch der Weinstube folgte das erste Werner-Treffen mit 15 Teilnehmern. Dabei wurde das Versprechen abgegeben, alljährlich am zweiten Samstag im Juli sich zum „Werner-Familien-Treffen“ in Oberhausen einzufinden. Für die Werners in der rund 2800 Einwohner zählenden Gemeinde Oberelsbach gibt der 18. April als Geburtstag des Namenspatrons Gelegenheit zum Werner-Treffen. Werner Hemmerich, der Sprecher der Oberelsbacher Werners, erinnerte bei dem Treffen in Oberhausen an den „heiligen Werner“, der als Märtyrer im Jahre 1287 in Oberwesel bei Bacharach am Rhein als mutiger Bekenner seines katholischen Glaubens starb. Dort stehe auch die Werner-Kapelle. Mittlerweile hätten Recherchen ergeben, dass es bundesweit nur zwei Werner-Treffer gibt, in der Südpfalz und in Oberelsbach. Schwierigkeiten mit dem Namen gab es bei dem ersten gemeinsamen Treffen nicht. Voll des Lobes über die Idee waren Werner Streib aus Deidesheim oder der 76-jährige Werner Rapp aus Steinweiler. Der 78-jährige Werner Huck aus Freckenfeld sagte: „Die Idee finde ich prima. Man lernt über die Ortsgrenzen hinaus wieder Menschen kennen und Werners sind nun einmal symphytische Menschen.“ Neben Musik von Werner Dietrich (Barbelroth, Gitarre), Werner Gutknecht (Scheibenhardt, Orgel) und Werner Gerstle (aus Abwasserrohren selbst gebautes Saxofon), gab es Tanz und Gesang und natürlich auch Anekdoten. Wie meinte eine Dame beim Treffen: „Mein Vater hieß Werner, mein Mann heißt Werner. Es ist für mich der schönste Vorname der Welt, da ich meinen Vater über alles geliebt habe und meinen Mann liebe. Der Name gibt mir Kraft, um glücklich zu sein.“ (som)